Einblicke in die Welt der Tech-Bros: „Sie wollen immer mehr, und du bist ihnen egal“

Wirtschaft

Wenige Menschen haben so tiefe Einblicke in die Welt des Silicon Valley wie Kara Swisher: Die US-Journalistin, Buchautorin und Podcasterin war ab 1997 Korrespondentin des Wall Street Journal in San Francisco und nahm die Branche stets mit sezierendem Blick unter die Lupe. 

Dabei erfüllt die mit trockenem Schmäh gesegnete Frau, die als Markenzeichen gern dunkle Pilotenbrillen trägt, zunehmend auch in die Rolle, kleine Löcher in eine zunehmend abgekapselte Sphäre zu bohren: Bei ihrem Auftritt zum Auftakt des „Vienna Humanities Festival“, das bis zum Wochenende Denker verschiedener Sparten in Wien versammelt, blieb wenig Zweifel, dass sich die „Tech-Bros“ – die Chefs der großen Konzerne wie Google, Amazon, OpenAI und Meta – zunehmend in einer solchen Blase bewegen.  

Alte Bekannte

Swisher kennt viele der „Bros“ noch aus ihren Anfangstagen, wie sie in dem launigen, mit vielen Anekdoten gewürzten Podiumsgespräch zum besten gab. Die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page etwa lernte sie noch in ihrer Garage in San Francisco kennen – und war zunächst überzeugt von deren Anliegen, der Menschheit nützliche Werkzeuge in die Hand zu geben. Der Google-Slogan „Don’t be evil“, der zu jener Zeit entstand, gebe Menschen aber „genug Freiraum, um ein Arschloch zu sein“, gab Swisher zu bedenken. Sergey Brin sei mittlerweile zu einem „verrückten Trump-Anhänger“ geworden.

„Wir brauchen mehr Star Trek“

Das Spektrum der Tech-Utopien teilt Swisher entlang der Visionen von zwei Sci-Fi-Serien ein: Während „Star Trek“ eine hoffnungsvolle, vielfältige Vision der Zukunft„ projiziert habe, bei der Bösewichte irgendwann zu Guten werden, befänden sich heute zu viele der Mächtigen in der “dystopischen Star-Wars-Version der Realität„: Dort sei der Sieg der Guten Kräfte“ sei alles andere als ausgemacht: „Auch wenn die Rebellen den Todesstern in die Luft jagen, schlägt das Imperium zurück.“ 

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Der Übertritt auf die dunkle Seite passierte aus Swishers Perspektive im Dezember 2016, als die Silicon-Valley-Elite bei dem damals in seine erste Amtszeit gewählten Präsidenten Donald Trump antanzte. Beim Amtsantritt für die zweite Amtszeit standen die „Tech-Bros“ dann bekanntlich neben Trump Spalier. 

Wie sich die Mentalität der einzelnen Bosse geändert habe, wollte Misha Glenny, Moderator und bis vor kurzem Rektor des Wiener „Instituts für die Wissenschaften vom Menschen“ (IWM), das das Festival ko-organisiert, von Swisher wissen. Die Journalistin sparte daraufhin nicht mit Bissigkeiten.

 Der aus dem Wall-Street-Milieu stammende Amazon-Mastermind Jeff Bezos etwa sei ein harter Geschäftsmann, aber nie wirklich freundlich gewesen und habe dann „die größte Midlifecrisis aller Zeiten“ gehabt, so Swisher mit Blick auf die zweite Hochzeit des Milliardärs, die halb Venedig lahmlegte. Auch in Richtung Elon Musk teilte Swisher aus: Dieser sei zwar gut darin, Ideen anderer zu „businessifizieren“, hielte sich aber für etwas Besseres und werde dabei auch noch durch seinen Ketamin-Konsum befeuert. „Diese Menschen sind außerdem von Leuten umgeben, die ihnen permanent zustimmen“, betonte Swisher.

Zuckerberg: „Völlig ungebildet“

Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Mutterkonzerns Meta, sei wiederum „der beste Geschäftsmann von allen“, aber in Sachen Geschichte „völlig ungebildet“ und ohne Verständnis dafür, was er mit seinen Erfindungen bewirke. Vielen der Tech-Bros sei gemein, dass sie sich ungeachtet der Macht und des Geldes, über das sie verfügen, als Opfer begreifen, merkte Glenny an …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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