
Noch ist die Wehrdienst-Reform nicht einmal in trockenen Tüchern.
Ihre Auswirkungen auf den Zivildienst sind aber schon jetzt zu spüren. Von Jänner bis August wurden heuer 903 Zivildiensterklärungen mehr abgegeben als im selben Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Plus von rund 8,4 Prozent, wie die Kronen Zeitung zuerst berichtete. Im August wurden sogar um 51 Prozent mehr Zivildiensterklärungen als 2025 abgegeben.
Ein vorschneller Entschluss vieler junger Männer wohl – noch ist die Regelung ja nicht in Kraft, wonach sich der Zivildienst automatisch von neun auf elf Monate verlängert, wenn sich zu wenige, nämlich unter 13.875, Rekruten für das Bundesheer melden.
Aber: „Ich gehe anhand der Prognosen davon aus, dass das schon nächstes Jahr der Fall sein wird“, sagt die zuständige Familien- und Integrations-Ministerin Claudia Bauer in der Sendung „Journal zu Gast“ im ORF.
Betroffen sind von der neuen Regelung dann jedoch erst jene jungen Männer, die nach dem 1.1. 2027 zur Stellung kommen. All jene, die davor die Stellungsstraße absolviert haben, fallen in die alte Regelung, also sechs Monate Grundwehrdienst oder neun Monate Zivildienst.
Neu regeln will die Regierung im Zuge der Reform übrigens auch die Anrechnung von Freiwilligendiensten. In Zukunft kann maximal 1 Prozent aller Stellungspflichtigen eines Jahrgangs einen Freiwilligendienst anstelle des Zivildienstes anrechnen lassen, was derzeit der absoluten Zahl von rund 360 Personen entspricht. Für eine Anrechnung müssen entweder zwölf Monate in Vollzeit mit 40 Wochenstunden oder 2.000 Stunden Arbeit insgesamt geleistet werden. Die verfügbaren Plätze sind kontingentiert.
Um die Verlängerung des Zivildienstes zu beschließen, benötigt die Dreier-Koalition eine Zweidrittelmehrheit im Parlament, also zumindest die Stimmen von FPÖ oder Grünen.
Source:: Kurier.at – Politik



