Kimberly Guilfoyle: Trumps Botschafterin des Schreckens?

Politik

Sie war in einen Sex-Skandal verwickelt, mit dem demokratischen Gouverneur von Kalifornien verheiratet und mit dem Sohn von Donald Trump verlobt – heute ist sie die US-Botschafterin in Griechenland: Kimberly Guilfoyle. Und steht mitten in einer internationalen diplomatischen Krise.

„Kimberly ist seit vielen Jahren eine enge Freundin und Verbündete“, schrieb Trump in seiner Ankündigung auf Truth Social. „Ihre weitreichende Erfahrung und Führungsstärke in den Bereichen Recht, Medien und Politik sowie ihr scharfer Verstand machen sie überaus qualifiziert.“ Mit diesem „scharfen Verstand“ soll sie laut dem Wall Street Journal bei einem Abendessen in Athen im März damit geprahlt haben, dass die USA jede europäische Regierung stürzen könnten – wenn sie nur wollten.

Soll rumänischen Regierungssturz angekündigt haben

Schauplatz des Eklats war ein offizielles Abendessen in der US-Botschaft in Athen am 18. März. Dort soll die von Donald Trump entsandte US-Botschafterin mit dem griechischen Energieminister Stavros Papastavrou über Rumänien gesprochen haben und darüber, dass dessen Regierung bald fallen könnte. Hintergrund war ein geplatzter Gas-Deal: Rumäniens pro-europäischer Premier hatte sich standhaft geweigert, teures US-Flüssiggas (LNG) zu importieren.

Dem Wall Street Journal berichtet ein Zeuge, der beim Abendessen dabei war, dass Guilfoyle in diesem Zusammenhang gesagt hat, die USA könnte jede Regierung stürzen, wenn sie das wollten. „Wir können das auch hier tun“, soll die Botschafterin bezogen auf Griechenland gedroht haben. Energieminister Papastavrou konterte daraufhin, dass die USA wohl kaum eine demokratisch gewählte Regierung austauschen könnten. Guilfoyles Anwälte bestreiten diese Darstellung des Abends vehement. Dennoch hat der Abend enorme politische Sprengkraft, da die rumänische Regierung im Mai tatsächlich durch ein Misstrauensvotum stürzte.

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Von der High Society zur Spitzendiplomatie

Guilfoyles Karriere begann weit entfernt vom konservativen Trump-Lager. Von 2001 bis 2006 war sie mit dem heutigen demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, verheiratet. Er gilt aktuell als möglicher Präsidentschaftskandidat bei den Demokraten.

Nach ihrer Scheidung vollzog Guilfoyle eine politische Kehrtwende und stieg zum Gesicht des rechtskonservativen TV-Senders Fox News auf. Als Co-Moderatorin feierte sie Quotenerfolge, bis sie 2018 den Sender abrupt verlassen musste. Der Grund: Interne Untersuchungen wegen sexueller Belästigung. Guilfoyle soll laut Medienberichten Kolleginnen wiederholt ungefragt intime Fotos der Penisse ihrer Sexpartner gezeigt haben. Der Fall wurde mit einer außergerichtlichen Zahlung an eine Betroffene abgewickelt.

Kurz nach dem Aus bei Fox News verlobte sich Guilfoyle mit dem Sohn von US-Präsident Trump, Donald Trump Jr., und stieg zur Chef-Spendensammlerin für Trumps Präsidentschaftskampagne auf. Das Paar trennte sich 2024, noch im selben Monat verkündete Präsident Trump, dass Guilfoyle als US-Botschafterin nach Griechenland entsandt wird. US-Medien berichteten, dass Trump sie bewusst nach der Trennung weit weg von Washington schicken wollte.

Diplomatische Krise?

Ob Guilfoyle nach den jüngsten Enthüllungen langfristig im Amt bleiben kann, bleibt offen. Während die griechische Regierung versucht, den Vorfall herunterzuspielen, fordert die dortige Opposition von Premierminister Kyriakos Mitsotakis lückenlose Aufklärung darüber, wie viel Einfluss die Trump-Botschafterin hinter den Kulissen wirklich nimmt.

Die griechische Regierung versucht unterdessen, den Ball flach zu halten: Regierungssprecher Pavlos Marinakis betonte, es habe „niemals eine Drohung gegen die griechische Regierung gegeben“, und eine solche hätte man nie geduldet.

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Source:: Kurier.at – Politik

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