
Im Vorjahr schrieb Charlize Mörz Geschichte, als sie bei der Turn-WM in Jakarta als erste Österreicherin ein WM-Gerätefinale erreichte und am Sprung den siebenten Platz belegte.
Am Montag startet die 21-Jährige in Rotterdam in ihre bereits fünfte Weltmeisterschaft im Kunstturnen. Vor ihrer Abreise in die Niederlande sprach die Burgenländerin über …
… ihre Form
Das Jahr war lang und anstrengend. Aber jetzt geht es mir wieder sehr gut, ich bin gut vorbereitet. Ich habe in verschiedenen Hallen und auf vielen verschiedenen Geräten trainiert. Ich spüre die Belastung auf den Füßen, aber zum Glück bin ich körperlich recht stark.
… Ziele
Wenn ich gut vorbereitet mein Bestes gegeben habe, war es gut. Ich versuche, die WM zu genießen. Ich will schauen, wo ich stehe, damit ich weiß, was ich ändern muss für nächstes Jahr. Denn dann wird es wirklich wichtig im Hinblick auf die Olympia-Qualifikation.
… Risiko
Wenn man eine WM-Medaille gewinnen will, muss man einen noch schwierigeren Sprung machen. Ich trainiere schon länger den Überschlag-eineinhalb-Schrauben-Sprung. Aber der ist noch nicht bereit. Ich muss nämlich auch schauen, dass ich mir nicht wehtue. Für diese WM gehe ich das Risiko noch nicht ein. Mir ist wichtiger, dass meine Sprünge sauber sind.
… ihr Training, und wie oft Sprünge gelingen müssen, bevor sie im Wettkampf gezeigt werden
Sehr oft, sicher Hunderte Male. Für so einen neuen Sprung kann das schon ein bis zwei Jahre dauern. Wichtig ist auch, dass man es im Training unter Wettkampfbedingungen geschafft hat.
… ihren Trainingsalltag
Pro Woche komme ich auf ungefähr 30 Trainingsstunden. Im Frühtraining geht es mehr um die Spannung im Körper und um Krafttraining. Am Nachmittag sind dann alle Geräte dran in der Reihenfolge wie im Wettkampf. Dienstag, Donnerstag, Samstag waren jetzt immer die schweren Belastungstage. Montag ist Aufbau, Mittwoch, Freitag, Sonntag arbeite ich an Schwerpunkten, die ich verbessern muss.
… Disziplin
Ich habe nicht so viel Freizeit wie Gleichaltrige. Und vor Wettkämpfen gehe ich sicher auf keine Party. Aber das geht mir nicht wirklich ab, denn das, was ich habe, ist toll und schön. Für mich zahlt sich dieser Aufwand aus.
… das ideale Alter einer Turnerin
Das gibt es nicht. Von 16 bis über 30 geht alles. Die Oksana Chusovitina ist über 40 und turnt noch immer. Aber natürlich muss man auf den Körper hören, wenn man älter ist, weil man die Belastungen nicht mehr so aushält.
… ihre Erfahrung
Bei den anderen Turnerinnen sehe ich, wie nervös die sind. Das liegt hinter mir, ich bin nicht mehr so aufgeregt, ich weiß, was auf mich zukommt.
… ihren Vater, den ehemaligen Fußballprofi Michael Mörz
Fußball ist ein anderer Sport, aber keine andere Welt. Mein Vater war auch immer total konzentriert und fokussiert. Er hat mir immer schon gesagt, dass ich mir das im Kopf vorstellen soll, wie ich Übungen mache und gewinne. Das mache ich bis heute so. Er hat das auch immer gemacht und mir da viele Tipps gegeben.
Source:: Kurier.at – Sport



