Benkos früherer Protz-Palast: Wird die Luxus-Immobilie zum Ladenhüter?

Wirtschaft

Der Ermittlungsakt gegen René Benko umfasst mittlerweile mehr als 3.100 Ordnungsnummern. Kürzlich haben die Ermittler der Soko Signa diverse Dokumente eingespeist, die die frühere Luxusresidenz „Villa N“ der Familie Benko in Innsbruck-Igls betreffen. Dem Vernehmen nach wird gegen Benko im Zusammenhang mit Einrichtungsgegenständen ermittelt, die ihm gehören sollen. Für diese Einrichtungsgegenstände räumte ihm die „Vermieterin“, die Schloss Igls Betriebs GmbH & Co. KG, ein Darlehen in Höhe von rund 8,77 Millionen Euro ein.

Laut einem Bericht der Ermittler sollen „im engen zeitlichen Zusammenhang“ mit der Pleite von René Benko im März 2024 „die Benko privat zuzuordnenden Einrichtungsgegenstände durch entsprechende Umbuchungen in der Buchhaltung in das Anlagevermögen der Schloss Igls Betriebs GmbH & Co. KG überführt und das Darlehen getilgt“ worden sein. Doch in seinem Vermögensverzeichnis führte Benko das Darlehen in Höhe von 8,59 Millionen Euro als offen, aber strittig an.

16.500 Euro pro²

Die 5.501 Quadratmeter große Liegenschaft gehört zur Laura Privatstiftung, über die am 11. März 2026 ein Konkursverfahren wegen rund 1,7 Milliarden Euro Verbindlichkeiten eröffnet wurde. Auf die Stiftung soll Benko früher massiven Einfluss genommen haben.

Im Strafakt befindet sich ein Gutachten des Dienstleisters EHL Immobilien Bewertung, nach dem der Verkehrswert der Villa N 86,6 Millionen Euro beträgt. Das 81-seitige Gutachten, das die Liechtensteinische Landesbank (Österreich) im Juni 2023 in Auftrag gegeben hatte, dokumentiert auf beeindruckende Weise den Luxus, in dem der insolvente Signa-Gründer bis zu seiner Verhaftung im Jänner 2025 lebte. Die LLB hat ein Pfandrecht in Höhe von 18 Millionen Euro auf der Liegenschaft eingetragen.

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Vier Untergeschoße

Dem Gutachten zufolge beliefen sich die Gesamtentwicklungskosten auf rund 67,5 Millionen Euro netto, davon entfielen 52,9 Millionen Euro auf reine Bau- und Baunebenkosten. Die Gutachter setzten für die Bewertung Neuherstellungskosten von 16.500 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche an – ein Wert, der selbst im Luxussegment außergewöhnlich hoch ist.

Das Anwesen umfasst ein Haupthaus mit vier Untergeschoßen sowie einem Ober- und einem Dachgeschoß, ein Personalhaus und ein Poolhaus – insgesamt 4.427 Quadratmeter Nutzfläche. Ist das Anwesen bewohnt, derzeit steht es leer, laufen geschätzte 500.000 Euro Betriebskosten an.

Katalog des Überflusses

Die Ausstattung des Palastes liest sich wie ein Katalog des Überflusses:

Eine künstliche Capri-Grotte mit Indoor-Pool im dritten Untergeschoß, komplett mit Felsennachbildungen und videobespielbare LED-Decke für wechselnde „Himmelsstimmungen“.

Ein Außenpool mit höhenverstellbarem Hubboden, der die Poolfläche auf Knopfdruck in eine Terrasse verwandelt.

Großzügiger Spa- und Wellnessbereich mit Sauna, Dampfbad, Kältekammer, Friseursalon, Massage- und Kosmetikräumen.

Heimkino, Weinkeller, Partyraum und Zigarrenraum.

Tiefgarage mit elf Stellplätzen plus zwei beleuchteten Präsentationsflächen mit drehbaren Podesten für Luxusautos und Hundewaschplatz.

Zentrale Sicherheitsüberwachung

Im Personalhaus der Villa befand sich die zentrale Sicherheitsüberwachung für sämtliche Signa-Standorte, betrieben von einem externen Sicherheitsunternehmen. Die Ausstattung: „eine Alarmanlage, Überwachung der Außenhülle, teilweise Innenraumüberwachung mit Bewegungs- meldern, Videoüberwachung Außenanlage, teilweise Bodendetektion im Außenbereich, Sicherheitsleitstand, Panikraum, Funkanlage, Elektronische Zutrittskontrolle etc.“

Vermarktungszeitraum bis zu drei Jahre

Die EHL-Experten schätzen einen „angemessenen Vermarktungszeitraum für derartige Liegenschaften auf etwa zwei bis drei Jahre“. Objekte dieser Größenordnung kämen „nur sehr selten auf den Markt“.

„Zu wenige Zimmer“

Ohne Nebenräume hat das Anwesen 18 Zimmer. Als mögliche Alternativnutzung wurde bereits bei der Planung eine Vermietung als exklusive Villa mit sechs Suiten im Haupthaus und drei Apartments in den Nebengebäuden …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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