Yuja Wang im Musikverein: Furiose Fingerakrobatik

Kultur

Programmänderungen sind bei Auftritten der Pianistin Yuja Wang nichts Neues. 14 Jahre ist es her, als Zubin Mehta kurzfristig bei einem Gastspiel mit Israel Philharmonic Schuberts „Dritte“ durch Mendelssohns erstes Klavierkonzert ersetzte, um dem Wiener Publikum eine junge Pianistin namens Yuja Wang vorzustellen. Der Musikverein widmet ihr in dieser Saison eine eigene Reihe und auch Petr Popelka änderte für sie das Programm.

Ernst von Dohnányis „Symphonische Minuten“ tauschte er durch Béla Bartóks erstes Klavierkonzert aus. Das passt nicht nur zum Folgewerk von Samuel Barber, sondern gibt auch der Solistin die Möglichkeit, ihre Technik ins Zentrum zu rücken. Bartóks 1926 uraufgeführtes Klavierkonzert mutet wie eine um 13 Jahre jüngere Schwester von Strawinskys „Le Sacre du Printemps“  an. Bartók setzt das Klavier als Schlagwerk ein. Gleichmäßige Rhythmen gehen über in ein Dickicht von Akkorden, Figuren und Läufen. Wang agierte so exakt wie eine Maschine, setzte auf Präzision und furiose Fingerakrobatik.

Tastenkaskaden

Brillant spielte sie sich durch die Grauschattierungen und fügte ihrer Interpretation auch noch einen Hauch ungarisches Flair hinzu, was wie ein private Joke anmutete, Samuel Barbers Klavierkonzert stellt die Solisten vor höchste Anforderungen. Die Einleitung des Klaviers beginnt nahezu schwelgerisch, schwingt jedoch nach den ersten Noten ins Schroffe. Wang bewältigte das meisterhaft und stürzte sich mit Elan in die Tastenkaskaden.

Ihre Finger ließ sie auch hier wie zehn unermüdliche Akrobaten über die Tasten turnen. Die Zugaben von Dave Brubeck und Leticia Gómez-Tagle nutzte sie zum Chillen. Popelka, der ihr mit den Symphonikern ein zupackender Partner war, nahm diese Haltung auch zu Schumanns „Zweiter“ mit und paarte sie mit einem eher karg anmutendem Klang. Das herbe Adagio ließ aufhorchen.

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Viel Applaus.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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