Umfrage: Wer rettet ÖVP und SPÖ?

Politik

Sie haben derzeit keine Mehrheit hinter sich. Nicht einmal annähernd. Sie, das sind ÖVP, SPÖ und Neos, die in der aktuellen KURIER-OGM-Umfrage auf 21 (ÖVP), 15 (SPÖ) und 7 (Neos) Prozent und damit auf zusammen nur 43 Prozent Zustimmung kommen (Details siehe hier).

Umfragen sind Momentaufnahmen, die sich nicht 1:1 in Wahlerfolge umrechnen lassen. Doch zweifelsohne spiegeln derartige Befragungen eine Stimmung wider. Und weil insbesondere in den beiden größeren Koalitionsparteien die Nervosität steigt, stellten OGM und KURIER die Frage: Würde es mit anderem Personal besser laufen?

Da ist zunächst einmal die Kanzler-Partei mit Christian Stocker an der Spitze.

Fragt man die gesamte Bevölkerung, ob die ÖVP mit einem anderen Kandidaten erfolgreicher wäre, steht ein Mann an der Spitze: „Aus Sicht aller Wahlberechtigten traut man Sebastian Kurz am ehesten zu, die ÖVP aus ihrem aktuellen Tief herauszuholen“, sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Salzburgs Landeshauptfrau Karoline Edtstadler schafft immerhin 14 Prozent, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer 12.

Eine absolute Mehrheit traut den Umschwung freilich keinem der alternativen Parteikandidaten zu. „Das ist aber auch wenig verwunderlich“, erklärt Bachmayer. Der Grund: In der Gesamtheit der Wahlbevölkerung sind viele Nicht-ÖVP-Wähler enthalten. „Und Oppositionsanhänger betrachten die Erfolgschancen von Mitbewerbern grundsätzlich kritisch, denn diese würden ja die eigene Partei Stimmen kosten.“

Deutlich aussagekräftiger ist die Innensicht, also die Perspektive der deklarierten ÖVP-Sympathisanten.

Hier zeigt sich, dass man Kurz am ehesten ein Wiedererstarken der ÖVP unter seiner Führung zutraut. „Aber auch Karoline Edtstadler hat ihre Fans“, sagt Bachmayer.

Ein bemerkenswertes Detail: Immerhin mehr als jeder vierte ÖVP-Wähler traut keiner der abgefragten Alternativen einen sichtbaren Aufschwung zu. „Das könnte auch als Votum für den nicht abgefragten Kanzler Stocker gewertet werden.“

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Schmerzgrenze

Womit man bei Vizekanzler Andreas Babler und der Sozialdemokratie ist.

Mit 15 Prozent bei der Sonntagsfrage ist nunmehr ein Niveau erreicht, das Landesparteiobleute wie der Kärntner SPÖ-Chef und Landeshauptmann Daniel Fellner offen als Schmerzgrenze definiert haben. Die Frage, wer könnte eine Verbesserung bringen, ist also besonders naheliegend.

Geht’s nach den Wahlberechtigten, trauen Hans Peter Doskozil immerhin 38 Prozent der Österreicher einen Aufschwung für die SPÖ zu.

Warum? Experte Bachmayer erklärt das so: „Doskozil gilt seit längerer Zeit als Kritiker des Parteivorsitzes, er hat in seinem Bundesland deutliche Wahlerfolge vorzuweisen, und er fährt vor allem bei der Migration seit Jahren einen anderen Kurs als die Bundespartei.“

Das Dilemma aus SPÖ-Sicht: Doskozils Zustimmungswerte speisen sich vor allem aus dem Befragten-Lager der FPÖ-Wähler. „Die ‚Brandmauer‘ gegen rechts ist eher eine Wunschvorstellung einer städtischen Bobo-Wählerschaft, das zeigt sich auch im Stadt-Land-Vergleich der Doskozil-Stimmen“, sagt Bachmayer. In der Unterstützung aus dem „rechten“ Lager liege das Problem Doskozils: „Als Parteiobmann würde er vielleicht sogar eine Spaltung der SPÖ nach sich ziehen.“

Unter den SPÖ-Wählern erfreut sich Doskozil geringerer Zustimmung als Finanzminister Markus Marterbauer. „Aber auch er würde mit seiner pragmatischen, aber prononcierten Links-Position die SPÖ-Lager mehr trennen als einen.“

Was braucht demnach die SPÖ? Für Experten Bachmayer ist es ein Kandidat, der die Lager eint und die unterschiedlichen ideologischen Positionen unter einen Hut bringt – soweit dies möglich ist. „Überspitzt formuliert, gibt es ja seit geraumer Zeit nicht eine, sondern mehrere SPÖs: den rechten Flügel, personifiziert durch Doskozil, den linken mit …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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