Xi zu Gast bei Trump: Prunk und Pandas, aber kaum Greifbares

Politik

US-Präsident Donald Trump hat den chinesischen Staats- und Parteichef Xi Jinping zu einem prunkvollen Staatsbesuch im Weißen Haus empfangen. Bei dem Gipfeltreffen, das Beobachtern zufolge eher von Symbolik als von substanziellen Ergebnissen geprägt sein dürfte, bemühten sich beide Seiten um die Demonstration stabiler Beziehungen.

Trump lobte seine „wirklich großartige Freundschaft“ mit Xi und erklärte, seit seiner Reise nach China im Mai seien Fortschritte beim Handel erzielt worden. Xi betonte, der Wettbewerb zwischen den USA und China solle „gesund“ sein. Er hoffe zudem, dass chinesische Unternehmen in den USA fair behandelt würden. „Die Thukydides-Falle kann überwunden werden“, sagte Xi mit Blick auf die Theorie, wonach die Rivalität zwischen einer aufstrebenden und einer etablierten Macht in einen offenen Konflikt münden kann. Er forderte zudem einen regelmäßigen Dialog der Streitkräfte zur Krisenprävention.

Zwei Pandas für Atlanta

Als Zeichen des guten Willens kündigte Xi an, dass in wenigen Tagen zwei Pandas in den Zoo von Atlanta einziehen würden. Außerdem wolle China in den kommenden fünf Jahren 100.000 junge US-Bürger zu Austausch- und Studienbesuchen einladen. Beide Länder müssten friedlich koexistieren und der Wettbewerb solle positiv und mit Grenzen geführt werden.

Am Abend stand ein Staatsbankett im Weißen Haus an – auch hier blieben politische Durchbrüche aus. Auf der Gästelistestanden zahlreiche Chefs von US-Technologiekonzernen, darunter Elon Musk von Tesla und SpaceX, Tim Cook von Apple und Sam Altman von OpenAI.

Gegensätze und Interesse, sich zu arrangieren

Während Trump in seiner Ansprache die persönlichen Bande zwischen China und den USA betonte und erklärte, man habe sich „noch nie besser verstanden“, schlug Xi einen nüchterneren Ton an. Beide Staaten müssten als verantwortungsvolle Großmächte handeln und einen neuen Ansatz für ihr Miteinander finden, forderte der chinesische Präsident.

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Bei den vorangegangenen bilateralen Gesprächen am Nachmittag hatten die beiden Staatschefs heikle Themen wie Taiwan und Künstliche Intelligenz (KI) angeschnitten. Xi drängte die USA der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge, sich einer Unabhängigkeit Taiwans, das Peking als abtrünnigen Landesteil betrachtet, zu widersetzen. Trump hatte nach seinem China-Besuch im Mai ein Waffenpaket für die Insel im Wert von rund 14 Milliarden Dollar (12,32 Mrd. Euro) zurückgehalten und dies als Verhandlungsmasse bezeichnet.

Mit Blick auf die rasante Entwicklung der KI mahnte Xi, diese müsse stets unter menschlicher Kontrolle bleiben. Trotz der Anwesenheit der Tech-Prominenz beim Abendessen gehen Insider davon aus, dass Trump an den strengen Exportkontrollen für US-Technologie festhalten wird, deren Lockerung China anstrebt. Auch im Krieg der USA und Israels gegen den Iran zeichnete sich keine Annäherung ab. Xi sprach sich lediglich für eine Rückkehr zu einem Waffenstillstand aus.

Abseits der diplomatischen Gespräche nutzte Trump das Staatsbankett, um den Gästen seine Bauprojekte zu präsentieren. So lud er die Anwesenden ein, die Baustelle seines neuen Ballsaals auf dem Gelände des Weißen Hauses zu besichtigen. Zuvor hatte er Xi bereits einen neu errichteten Hubschrauberlandeplatz gezeigt.

Schein und Realität

Trotz der anhaltenden Konflikte mit Peking stellte Trump die Verbindungen beim Staatsbankett mit Xi Jinping als besser denn je dar. „Präsident Xi und ich sind uns bewusst, dass wir unterschiedliche Systeme vertreten“, sagte Trump in Washington. „Doch die Bande zwischen unseren Völkern bestehen fort, und wir haben uns …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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