
Wie sich die Krisenzeiten am Arbeitsmarkt auf Unternehmen, Führungskräfte und das Personalmanagement auswirken, stand am Dienstag im Mittelpunkt einer Diskussionsrunde. Anlass war die Präsentation der Ergebnisse des Arbeitsmarkt-Kompass für das zweite Quartal 2026 von Marketagent und Leitbetriebe Austria. Studienleiterin Ingrid Fischer von Marketagent ordnet die Ergebnisse ein.
KURIER: Der Arbeitsmarktkompass zahlreiche Aspekte des Berufslebens – von Überstunden und Homeoffice bis zur Zufriedenheit und Wechselbereitschaft. Welche Erkenntnisse soll die Studie liefern?
Ingrid Fischer: Wir wollen vor allem die subjektive Sicht der Beschäftigten auf den Arbeitsmarkt auffangen. Und das soll eben nicht nur eine punktuelle Einzelstudie, sondern eine Längsschnittuntersuchung sein. Wo kann man ansetzen, damit die Leute mehr Bindung aufbauen, präsenter im Job sind und sich auch angesprochen fühlen?
Wie stark lassen sich die Krisenzeiten aus der Studie herauslesen?
Es ist eine deutliche Verunsicherung zu spüren – insbesondere mit Blick auf die Chancen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Nur 44 Prozent halten es derzeit für leicht, einen neuen Job zu bekommen. Gleichzeitig gehen auch die Gehaltserwartungen weiter zurück: Bei einem Jobwechsel rechnet man im Durchschnitt mit einer Gehaltserhöhung von 23 Prozent.
Wie zufrieden sind die Beschäftigten in Österreich und was ist ihnen wichtig?
84 Prozent sind derzeit mit ihrem Job zufrieden, was ein sehr schön ist. Die Wechselbereitschaft ist seit dem letzten Quartal etwas zurückgegangen. Wichtig sind ihnen vor allem ein faires Gehalt (62 Prozent) ein gutes Arbeitsklima (53 Prozent) und flexible Arbeitszeiten (42 Prozent).
Wie würden Sie die heimischen Beschäftigte beschreiben?
Sie sind leistungsorientiert. Aber ihnen ist auch die Freizeit wichtig. Das merkt man am Work-hard-play-hard-Modell. 60 Prozent sagen, sie möchten engagiert im Job sein, aber es muss auch eine Auszeit geben. Man erkennt das auch an den Überstunden: Mehr als 80 Prozent sagen, dass sie in Ordnung sind – aber nur, wenn sie fair abgegolten werden und nicht an der Tagesordnung stehen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



