Neue Paketsteuer ab Oktober: Was sich beim Onlineshopping ändert

Wirtschaft

Onlineshopping wird künftig teurer. Ab 1. Oktober gilt in Österreich die umstrittene Paketabgabe für Bestellungen im Internet. Wie hoch diese ist, wann sie anfällt und was sich sonst noch für Konsumenten ändert:

Wie hoch ist die nationale Paketsteuer?

Die Paketsteuer beträgt grundsätzlich zwei Euro, inklusive der 20-prozentigen Mehrwertsteuer kommt sie auf 2,40 Euro. Für Bücher gilt in Österreich ein ermäßigter Umsatzsteuersatz von 10 Prozent, in diesem Fall wird die Paketabgabe inklusive Mehrwertsteuer 2,20 Euro betragen. Versandhändler können selbst entscheiden, ob sie die Abgabe pro Paket oder pro Bestellung berechnen. In letzterer Variante muss ein Kunde zum Beispiel für eine Bestellung mit vier Paketen die Abgabe nur einmal zahlen. Künftig kann es sich also für Konsumenten finanziell auszahlen, Bestellungen zu bündeln, um die Mehrkosten zu reduzieren.

Bei welchen Händlern fällt sie an?

Betroffen sind Bestellungen bei großen Onlinehändlern und -Marktplätzen mit einem Online-Umsatz in Österreich von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr. Damit trifft sie in Österreich 16 Webshops, darunter Amazon, Temu, Zalando und Otto. Weiters sind Shop-Apotheke, Ebay, Best Secret, Aliexpress, Mediamarkt, Apple, Universal, Ikea und Shein betroffen, wie aus Umsatzschätzungen des Marktforschers EBCD hervorgeht. Die einzigen österreichischen Händler, die mit ihrem Versandgeschäft die Umsatzgrenze überschreiten, sind XXXLutz und Refurbed. Zudem umfasst die Paketsteuer auch die rund 4.000 heimischen Betriebe, die über große Online-Marktplätze wie etwa Amazon verkaufen.

Gibt es Ausnahmen?

Bei Käufen von Privatpersonen und bei allen anderen Onlineshops als den oben genannten fällt keine Paketsteuer an. Ausgenommen ist auch das sogenannte Click-and-collect, also dass Produkte vorab im Onlineshop bestellt und dann vom Kunden im Geschäftslokal des Versandhändlers oder bei einer Abholstation abgeholt werden. Dasselbe gilt für die Zustellung von Zeitungen, Lebensmitteleinkäufen und auch Pizzabestellungen. Und auch für große schwere Pakete mit einem Gewicht von mehr als 31,5 Kilogramm sind nicht von der Paketsteuer betroffen, weil sie nicht von Postdiensteanbietern zugestellt werden. Das betrifft etwa größere Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen oder Kühlschränke.

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Wofür braucht es die Paketsteuer eigentlich?

Die neu eingeführte Abgabe soll die Mehrwertsteuersenkung auf ausgewählte Grundnahrungsmittel ab 1. Juli zum Teil gegenfinanzieren. Das Finanzministerium geht durch die Abgabe von einem Steueraufkommen von 280 Millionen Euro pro Jahr aus.

Wie stehen die heimischen Händler zur Paketsteuer?

Handelsverband und Wirtschaftskammer lehnen die Paketsteuer strikt ab. Dem Handelsverband gegenüber hätten bereits mehrere namentlich nicht genannte Unternehmen angekündigt, rechtliche Schritte gegen die Paketsteuer einzuleiten. Otto-Österreich-Chef Harald Gutschi hat angekündigt, er wolle gegen die Steuerbescheide Beschwerde einlegen. Er und andere Händler bezweifeln, dass das betreffende Gesetz verfassungs- und europarechtskonform ist. Zudem treffe die Paketsteuer alle großen Händler gleichermaßen und sei nicht geeignet, die österreichische und europäische Branche vor der wachsenden Billigkonkurrenz aus China zu schützen. Gutschi rechnet mit einem Umsatzrückgang von 3 Prozent aufgrund der nationalen Paketsteuer in Österreich. Dadurch werde man weniger Mehrwertsteuer an den Finanzminister zahlen.

Was ist mit der EU-Paketsteuer?

Um die Paketflut aus Ostasien nach Europa einzudämmen, hat die Europäische Union ein Pauschalzoll für Sendungen mit einem Wert von weniger als 150 Euro eingeführt. Seit Anfang Juli wird auf günstige Waren aus Drittstaaten eine Gebühr von drei Euro fällig. Berechnet wird diese allerdings nicht pro Bestellung oder Paket, sondern pro …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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