Peter Sodoma: „Die Druckbranche hat sich immer angepasst“

Wirtschaft

Die Zahl der Druckereien im Land geht sukzessive zurück. Peter Sodoma, Geschäftsführer des Verbands Druck Medien, berichtet im Gespräch mit dem KURIER über die Lage der Betriebe und was sie sich von der Politik wünschen.

KURIER: Vor Kurzem wurde bekannt, dass mit dem Innsbrucker Druckstandort der Moser Holding eine weitere Druckerei schließen wird müssen. War das absehbar?

Peter Sodoma: Ja. Wir haben eine Mitgliederumfrage gemacht und dabei haben 59 Prozent gesagt, dass sie noch geringere Umsatzzahlen erwarten als gegenüber dem letzten Jahr. Nur zwölf Prozent sehen eine positive Entwicklung. Druckereien sind immer am Ende der Wertschöpfungskette. Geht es der Wirtschaft schlecht, geht es auch den Druckereien so.

Was sind die Gründe?

Aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage wird vor allem bei Kommunikation, Marketing und Medien eingespart. Das hat zur Folge, dass weniger Flyer und weniger Plakate gedruckt werden. Zusätzliches Problem sind immer noch die hohen Personalkosten, der hohe Verwaltungsaufwand in Form von Reportings, zum Beispiel ganz strenge Umweltzertifizierungen, bei denen man etwa Farbenlacke dokumentieren muss. Das hemmt im natürlichen Geschäftsgang, wo man sich dann vielleicht auf andere Sachen wie Strategie konzentrieren könnte. Die Druckereien sind also leider sehr im Alltagsgeschäft verhaftet und können gar nicht groß nach vorne blicken.

Gibt es weitere Ursachen?

Die Aufträge werden oft vor allem von öffentlichen Institutionen ins Ausland vergeben. Das ist nicht gerade Sinn der Sache, weil vor allem bei öffentlichen Institutionen soll es ja sein, dass die regionale Wirtschaft im Inland gestärkt wird. Wir haben dazu auch letztes Jahr einen Vergabeleitfaden erstellt, gerichtet an öffentliche Auftraggeber, um zu zeigen, dass man auf der sicheren Seite ist, wenn man unter dem Schwellenwert von 143.000 Euro eben frei vergibt. Das wird ja oft als Ausrede genannt, dass man sagt, man muss europaweit ausschreiben. Wir drängen auf das Bestbieter-Prinzip.

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Das gilt aber bereits.

Es könnte mehr gelebt werden. Nicht nur der Preis ist entscheidend, sondern auch die Qualität, die persönliche und deutschsprachige Beratung, kurze Lieferzeiten und dadurch auch geringerer CO2-Ausstoß. Und natürlich der Erhalt von Arbeitskräften in Österreich. Das individuelle Schnäppchen von heute ist der volkswirtschaftliche Schaden von morgen.

Im Frühjahr hat es mit Salzkammergut-Media auch schon eine Druckerei erwischt. Wie viele Pleiten sind noch zu erwarten?

Derzeit, glaube ich, haben wir die Spitze erreicht. Wir haben fünf Mitglieder durch Insolvenzen verloren, was natürlich sehr traurig ist. Insgesamt hat die österreichische Druckbranche letztes Jahr 1,7 Milliarden Euro umgesetzt. Das ist gegenüber 2024 ein Rückgang von 3,7 Prozent. Also diesbezüglich schaut das jetzt nicht gut aus. Wobei die Eigenkapitalquote sehr gut ist, ebenso die Rückzahlungsquoten. Vor allem die größeren Betriebe stehen sehr gut da. Ein Trend sind auch Zusammenschlüsse. Was auch sinnvoll ist, um Synergieeffekte zu erzielen.

Welche Zukunft hat Ihre Branche generell angesichts der zunehmenden Digitalisierung?

Die Branche hat sich immer angepasst. Sie ist oft auch Innovationstreiber gewesen. Wichtig ist, dass man nicht sagt, „nur digital“, sondern „sowohl als auch“. Dabei wollen wir auch der vorherrschenden Meinung entgegenwirken, dass Digitalisierung die Umwelt schont. Druck ist eines der umweltfreundlichsten Erzeugnisse.

Warum?

Weil es eben so strengen Kriterien unterliegt im Gegensatz zu digitalen Produkten. Eine Studie vom Öko-Institut in Freiburg aus dem Vorjahr …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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