Ex-Spindoktor Rudas: „Ludwig hat die SPÖ wieder zusammengeführt“

Politik

Andreas Rudas zählt zu den engsten Weggefährten von Gerhard Zeiler, der von der SPÖ nicht als Nachfolger von Andreas Babler installiert wurde. Dennoch sieht Rudas die Personalentscheidungen in der Sozialdemokratie positiv.

KURIER: Herr Rudas, am Sonntag haben die SPÖ-Granden getagt und am Ende sind eine Dreier-Parteispitze mit Ablaufdatum und ab Jänner ein neuer Vizekanzler präsentiert worden. Wie beurteilen Sie das Ergebnis?

Andreas Rudas: Wir brauchen nicht darüber diskutieren, dass sehr viele politische Beobachter entsetzt und sehr kritisch waren. Auch die Zeitungsartikel waren durch die Bank negativ. Das muss man anerkennen, das war für die Öffentlichkeit ein nicht nachvollziehbarer Schritt. Wenn sich der erste Staub gelegt hat, muss man aber schon auch sagen, was da tatsächlich passiert ist. Die Partei hat ja nicht nur unter den schlechten Umfragewerten gelitten, vielmehr war sie in den vergangenen Jahren vollkommen zerrissen. Es hat keine ordentlichen Sitzungen der Parteigremien gegeben, weil die Bundesländer nicht mehr gekommen sind. Offensichtlich hat es Wiens Bürgermeister Michael Ludwig am Sonntag geschafft, die Partei wieder zusammenzuführen. Eine Geschlossenheit ist für die Sozialdemokratie in Zukunft nicht ganz unwichtig.

Diese Aussagen überraschen ein wenig, weil im Vorfeld der Sitzung eher von einem parteiinternen Match Bundesländer gegen Wien die Rede war. Nach dem Motto: Es kann nicht immer Wien entscheiden, was in der SPÖ passiert.

Die integrative Kraft von Michael Ludwig hat dazu geführt, dass die Wiener Sozialdemokraten wieder eine Einheit sind.

Michael Ludwig ist aber auch schwer in der Kritik gestanden, weil er nach der Ansage von Gerhard Zeiler, Andreas Babler an der Spitze abzulösen, eine Woche lang geschwiegen hat.

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Michael Ludwig agiert analytisch und hat gemerkt, dass die Kandidatur von Gerhard Zeiler am Sonntag nicht möglich war.

Aber hätten Sie sich nicht gewünscht, dass er zur Kandidatur von Gerhard Zeiler etwas sagt?

Ganz offensichtlich hat es mit führenden Parteifunktionären viele Gespräche gegeben, bei denen diese den Unmut über die Situation der Sozialdemokratie geäußert haben. Scheinbar war am Sonntag nicht die Möglichkeit, eine Personaldiskussion über Gerhard Zeiler zu führen.

Als Kompromiss ist eine Dreier-Führung herausgekommen. Andreas Babler bleibt bis Jahresende Parteichef mit Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher an der Seite. Wer führt da eigentlich die SPÖ?

In Wirklichkeit kommt es jetzt auf fünf wesentliche Persönlichkeiten an. Natürlich noch Andreas Babler, dann die beiden geschäftsführenden Vorsitzenden Eva-Maria Holzleitner und Philip Kucher, aber auch ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig.

Die Bundesländer sind also wieder außen vor?

Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig hat es geschafft, Wortführer der Bundesländer zu sein. Dazu muss man sagen, dass Klubobmann Philip Kucher ein Kärntner ist, der mit allen kann. Und Holzleitner kommt aus der starken Frauenbewegung. Als Frauenvorsitzende ist sie sicher eine der großen Zukunftshoffnungen.

Philip Kucher wird auch eine politische Nähe zu Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil nachgesagt. Ist das ein Weg, um Doskozil wieder in die Bundespartei zurückzuholen?

Es war eine Sensation und wichtig, dass Doskozil am Sonntag bei den Gesprächen dabei war und mitgemacht hat. Das war ein ganz wichtiger Schritt für die Integration der burgenländischen Landespartei in die Gesamtorganisation.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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