Sporthilfe: OMV löst Lotterien als Hauptsponsor ab

Wirtschaft

Die Bestürzung bei der Sporthilfe über das Schreiben der Österreichischen Lotterien vom 30. Juni war groß. Völlig überraschend kündigte die Tochter des teilstaatlichen Casinos-Konzerns (Casag) mit Ende 2026 den Sponsoring-Vertrag auf. Die Lotterien, Cashcow der Glücksspielgruppe, sind der mit Abstand größte Sponsor der Sporthilfe und finanzieren Organisation und Verwaltung. Sodass alle anderen Mittel direkt an die Sportler fließen können.

Abgesehen vom wirtschaftlichen Schock für die gemeinnützige Sporthilfe war das nicht gerade die feine Art. Die Lotterien sind seit ihrer Gründung vor 40 Jahren enger Partner, die Kooperation war immer harmonisch. Doch seit der Mehrheitsübernahme durch die tschechische Allwyn-Gruppe scheint im Casag-Konzern am Vorabend der Neuvergabe der Lizenz auch der Umgangston rauer geworden zu sein.

Fünf-Jahres-Vertrag

Mit einer gewissen Verzweiflung machte sich das Team der Sporthilfe auf die Suche nach einem neuen Hauptsponsor. Es gelang, die OMV an Bord zu holen, vor Kurzem wurde ein Fünf-Jahres-Vertrag abgeschlossen. Der teilstaatliche Öl-, Gas- und Chemiekonzern wird mit Jahresbeginn 2027 Hauptsponsor. Wie man hört, soll statt des Lotto-Logos künftig das Logo von Österreichs größtem Industrie-Unternehmen im Schriftzug der Sporthilfe prangen. Die Sporthilfe-Gala, das bedeutendste sport-gesellschaftliche Fest des Landes, übertragen von ORF 1 in der Hauptsendezeit, soll ab 2027 OMV Sporthilfe-Gala heißen.

„Wir haben den Vertrag kündigen müssen, sollten wir etwas ändern wollen“, erklärt Casag-Sprecher Patrick Minhart. „Wir werden aber sicher auch in Zukunft ein großer Sponsor bleiben.“ Am Freitag, zeitgleich während der Recherchen des KURIER, einigten sich Sporthilfe und Lotterien dann über eine weitere Zusammenarbeit und Neuaufstellung des Sponsorings.

  Millionenpleite eines ambitionierten Maschinenbauers

So viel wie bisher wird es aus dem Lotto allerdings nicht mehr geben. Die Lotterien machten rund eine Million Euro locker, die OMV dürfte großzügiger sein. Die Rede ist von einem niedrigen einstelligen Millionenbetrag pro Jahr. Die Kooperation ist das erste Projekt, das die neue OMV-Chefin Emma Delaney in einer Aussendung erwähnt. Als ein in Österreich verwurzeltes internationales Unternehmen freue man sich, „einen aktiven Beitrag zur Förderung künftiger Talente in Österreich und darüber hinaus zu leisten“. Die Partnerschaft gehe weit über klassisches Sponsoring hinaus.

Die 1971 gegründete Sporthilfe unterstützt derzeit 290 Sportler auf dem Weg zur Spitze. Die Talente bringen 90 Prozent der internationalen Medaillen. Unabhängig davon fließen gesetzlich vorgeschrieben jährlich 120 Millionen Euro aus der Glücksspielabgabe der Lotterien in die Bundes-Sportförderung.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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