Steirerkraft-Chef: „Abhängigkeiten enden negativ“

Wirtschaft

Wer steirische Käferbohnen kauft, kauft diese meist von der Marke Steirerkraft, die Teil der Alwera-Gruppe ist. Das 30-Jahr-Jubiläum zelebrierte Vorstand Andreas Cretnik mit einer sogenannten „Jahrhundert-Expansion“. Was das bedeutet, warum die Österreicher fast nur Käferbohnen aus China essen und wie es das steirische Kürbiskernöl bis auf den New Yorker Times Square geschafft hat, verrät Cretnik im Interview.

KURIER: Das 30. Jubiläum von Steirerkraft begehen Sie mit einem 30-Millionen-Euro-Investment in den Standort Österreich. In was wird investiert?

Andreas Cretnik: Für uns war wichtig, den Standort in Wollsdorf zu sichern. Wir hatten das Glück, den Nachbarn kaufen zu können, was uns 15 Hektar zusammenhängendes Betriebsgelände gebracht hat. Wir haben keinen Boden versiegelt. Aufgrund der Nachhaltigkeit schauen wir darauf, bestehende Gebäude zu adaptieren, was natürlich ein bisschen mehr kostet, als neu zu bauen. Aber in Summe war es eine wichtige strategische Entscheidung für die Zukunft.

Wie bewerten Sie aktuell den Standort Österreich?

Es ist nicht alles falsch, was darüber gesagt wird. Wir spüren es zum Beispiel in der Förderpolitik. Wir gelten als Konzern und haben deswegen wenig bis kaum Förderungsmöglichkeiten. Da sind andere, die kleiner sind, bevorzugt. Das verstehe ich nicht. Wir investieren genug, sichern Arbeitsplätze. Die Energie ist nicht billig, im Bereich Personalkosten haben wir Erhöhungen von 25 Prozent gehabt. Das trifft jeden, unabhängig von der Branche. Unser Vorteil ist, dass wir steirisches Kürbiskernöl in der Steiermark pressen müssen und demzufolge auch Mitbewerber den Standort nicht verlagern können. Dennoch gibt es Potenzial, große oder kleine Firmen, die schon lange am Markt sind, besser zu unterstützen und gezielte Maßnahmen zu setzen.

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Die Alwera-Gruppe vereint Produktion, Verarbeitung als auch Vertrieb. Ihnen ist Autonomie sehr wichtig.

Ja, natürlich. Abhängigkeiten enden negativ, wie wir jetzt gesehen haben (Stichwort Ardo-Werk, Anm.). Im Marchfeld ist das ein schwerer Schlag. Wir haben dort auch Flächen und können vielleicht dem einen oder anderen Landwirt helfen, in Zukunft Alternativen zu finden. Prinzipiell haben wir uns dazu entschlossen, vor allem im Bereich Energie auf Energie zu setzen, die wir selbst erzeugen können. Das heißt, wir haben eine Energiezentrale gebaut, die Gas am Standort Wollsdorf komplett substituiert. Wir haben mit Wasser- und Luftwärmepumpen unsere eigene Wärme und Kälte für die Kühllager, wir haben die Photovoltaik ausgebaut und den Eigendeckungsgrad erhöht. Das Ziel ist, unabhängiger zu werden. Vor allem jetzt – wenn man die Preise anschaut, was Gas und Öl betrifft, können wir uns entspannter zurücklehnen.

Vergangenes Jahr verbuchten Sie bei den Käferbohnen „die schlechteste Ernte aller Zeiten“ (hier nachlesen). Wie ist es heuer?

Bei den Käferbohnen ist es leider nicht viel besser. Auch heuer war es wieder ein sehr trockenes, heißes Jahr. Die Blüten mögen eine Temperatur über 30 Grad überhaupt nicht und fallen ab, damit gibt es keine Befruchtung. Der Kürbis, der an sich Trockenheit und Hitze liebt, hat vor allem in der Phase des Wachstums zu wenig Regen bekommen. Auch hier haben wir 30 bis 45 Prozent Einbußen, vor allem im niederösterreichischen Raum. Die Steiermark ist ein bisschen besser weggekommen, aber in Summe haben wir deutlich weniger Rohstoff zur Verfügung als im Vorjahr.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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