Stress im Job: Warum so viele Österreicher am Limit arbeiten

Wirtschaft

Stress ist längst kein individuelles Problem mehr. Das verdeutlicht die aktuelle Studie des Gesundheitsanbieters Mavie. Christoph Schnedlitz, Geschäftsführer von Mavie Work, bezeichnet Stress sogar als wirtschaftliche Herausforderung. Was damit gemeint ist und wie sich das auf die Arbeit auswirkt.

Der Stress der Österreicher nimmt stetig zu

„Wenn Menschen trotz Erschöpfung weiterarbeiten, bleibt die Belastung oft unsichtbar – die Folgen für Leistungsfähigkeit, Motivation und Unternehmenserfolg sind es nicht. Unternehmen können es sich daher nicht leisten, beim Thema Stress erst dann zu handeln, wenn Mitarbeitende bereits ausfallen“, sagt Schnedlitz.

Und trotzdem: Fast 70 Prozent der österreichischen Arbeitnehmenden geben an, oft oder sehr oft gestresst zu sein. Bei 40 Prozent hat sich das Stressniveau in den vergangenen ein bis zwei Jahren laut eigenen Angaben sogar erhöht.

Arbeiten unter Stress – mit Folgen

Laut Studie zeigen sich hier Unterschiede zwischen Männern und Frauen. So geben etwa 73 Prozent der Frauen und 61 Prozent der Männer an, oft bzw. sehr oft gestresst zu sein – ein Viertel der Frauen und fast jeder fünfte Mann stößt dabei sogar an seine mentalen Grenzen. In die Arbeit gehen sie trotzdem (83 Prozent). Warum?

39 Prozent sprechen von finanziellem Druck, 33 Prozent wollen keine Schwäche zeigen und 32 Prozent haben ein zu schlechtes Gewissen gegenüber Kollegen und Vorgesetzten, um daheim zu bleiben. Laut einer internationalen Untersuchung sind Beschäftigte somit im Schnitt 57,5 Tage pro Jahr zwar anwesend, aber nicht voll leistungsfähig. Das gilt im Übrigen auch für Führungskräfte:

Mehr als die Hälfte der österreichischen Arbeitnehmer erlebt die eigene Führungskraft oft oder sehr oft sichtbar gestresst. Das bleibt nicht ohne Folgen:

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Bei 32 Prozent sinkt die Motivation, 28 Prozent sprechen Themen oder Feedback seltener an, und bei knapp einem Fünftel leiden Konzentration und Arbeitsqualität. Jede fünfte Person denkt deshalb häufiger über einen Jobwechsel nach.

Hilfe holen? Fehlanzeige

Psychische Erkrankungen kosten Österreich jährlich rund 15 Milliarden Euro – dennoch bleibt psychische Gesundheit ein Tabuthema. Auch am Arbeitsplatz. 75 Prozent sprechen im Job nicht darüber. 42 Prozent befürchten negative Konsequenzen, zwei Drittel wollen sich nicht angreifbar machen. Nur 30 Prozent der Befragten würden mit ihrer Führungskraft über Belastungen am Arbeitsplatz sprechen. Dafür würden sich aber 27 Prozent einer KI anvertrauen.

Lediglich 14 Prozent wenden sich an Experten. Michaela Hack, psychosoziale Beraterin bei Mavie, überrascht das nicht: „Dass professionelle Beratung so selten in Anspruch genommen wird, kann verschiedene Gründe haben. Fehlender Zugang, Kosten und Zeit sind mögliche Hürden – ebenso wie die persönliche Barriere, sich einzugestehen, dass man Hilfe braucht.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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