Ein neues „Monster“ auf Netflix: „Lizzie Borden mit dem Beile“

Kultur

Von Franka Schmid

Die Netflixserie „Monster“ rollt prominente Kriminalfälle wie die Serienkiller Jeffrey Dahmer und Ed Gein oder die Elternmörder Lyle und Eric Menendez aus der US-Geschichte neu auf. Dabei wird das Geschehen nicht genretypisch für True Crime dokumentarisch gezeigt, sondern die Showrunner Ryan Murphy und Ian Brennen setzten auf Dramatisierung. Aus diesem Grund wird der Serie jedoch immer wieder die Romantisierung von kaltblütigen Mördern vorgeworfen.

Lizzie Bordens Leid

„Lizzie Borden mit dem Beile hackt Mama in vierzig Teile. Das Ergebnis freut sie sehr, bei Papa wird’s ein Teil mehr“, lautet ein amerikanischer Kinderreim. Als 32-jährige unverheiratete Frau hat es Lizzie Borden Ende des 19. Jahrhunderts bei ihren Eltern nicht leicht. Ihr Vater Andrew Borden verschanzt sich in seinem Schuppen, wo er Äxte und Särge zimmert. Währenddessen hat sich ihre Stiefmutter Abby Borden das Schikanieren ihres Schützlings zum liebsten Hobby gemacht. Doch einen Lichtblick gibt es für Lizzie: das neue Hausmädchen Bridget Sullivan, in das sie sich verliebt. Als die Hausherrin Lizzies geliebten Tauben mit einer Axt die Köpfe abschlägt, beginnt Lizzie mit Bridget den Mord an ihren Eltern zu planen. Und nach dieser Vorgeschichte ist man als Zuschauerin und Zuschauer geneigt, sich ein bisschen auf die Ermordung zu freuen.

Ella Beatty liefert als Lizzie Borden nahtlos alle Emotionen einer jungen Frau in einer unterdrückenden Situation. Kindlich, hoffnungsvoll, deprimiert, rasend vor Wut – Beatty schüttelt alle aus dem Ärmel. Vor allem als junge Frau kommt deshalb schnell Mitgefühl für Lizzie auf, trotz ihrer brutalen Tat. Wer es blutrünstig mag, wird hier gut bedient.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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