„Youth“ auf HBO Max: Liebeskummer und hängende Körperteile

Kultur

„Ich habe noch zehn Jahre als sexuelles Wesen. Maximal!“ Davon ist die Mittfünfzigerin Alex überzeugt, nachdem sie sich den Kiefer ausgerenkt und die Ärztin ihr eröffnet hat, dass es sich vermutlich um Arthritis handelt: „Das kommt einfach mit dem Alter.“

Konfrontiert mit dem eigenen körperlichen Verfall, will sich Alex ins Dating-Leben stürzen, bevor – so fürchtet sie – es mit ihrer Attraktivität vorbei ist. Nachdem sie seit vier Jahren geschieden ist und Sohn Ruari demnächst das mütterliche Zuhause Richtung Uni verlässt, sollte dem Vorhaben eigentlich nichts im Wege stehen. Aber so einfach läuft das natürlich nicht ab.

In der Comedy-Serie „Youth“ (zu sehen auf HBO Max) wirft Sharon Horgan einen humorvollen und ehrlichen Blick auf das Chaos, das ein Leben im mittleren Alter mitunter bereithält. Die Irin ist u. a. für die Serien „Catastrophe“ (Amazon) und „Bad Sisters“ (AppleTV) bekannt – und spielt in „Youth“ auch die Hauptrolle der Alex.

Fettnäpfchen

Sie arbeitet als Literaturagentin in London, ist stets gut gekleidet und nie weit entfernt vom nächsten Fettnäpfchen. Über mangelnde Angebote von Männern kann sie sich nicht beklagen. Nur weder der charmante Filou Pat (Rupert Friend) noch der freundliche Michael mit dem faltigen Hals sind richtig überzeugend.

Und eigentlich hat Alex auch genügend andere Sorgen: So braucht ihr eigenbrötlerischer Sohn natürlich mitten im unpassendsten Moment plötzlich Hilfe von Mama (Wer sich bei dem jungen Schauspieler übrigens an Oscar-Preisträger Cillian Murphy erinnert fühlt: Es handelt sich um dessen Sohn Aran). Mit ihrer Schwester muss Alex diskutieren, wer denn nun die betagte Mutter aus dem Krankenhaus abholen soll, nachdem dieser ein Zeh entfernt werden musste. Und ihre Chefin sowie beste Freundin Sam (Sharlene Whyte) hat ganz eigene Ideen, wie der Verlag in Schwung kommen könnte – u. a. mithilfe eines gefallenen Schriftstellers, der durch das anzüglichen Romantasy-Buch „Der goldene Samen“ zum BookTok-Star wurde.

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Unsicherheiten

Das alles wird unterhaltsam, aber nicht klamaukhaft erzählt. Es gibt unglamouröse Sexszenen, Periodenblut und Gespräche über (nicht) hängende Körperteile. Die Buchbranche wird aufs Korn genommen, ebenso wie die Unsicherheiten der Protagonisten. Das Ergebnis ist lustig, warmherzig und sehenswert.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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