Gehaltsprognose 2027: 2,9 Prozent mehr für die Österreicher

Wirtschaft

Das Beratungsunternehmen Kienbaum hat 1.500 internationale Unternehmen um eine Prognose zur Gehaltsentwicklung 2027 gebeten. 1.039 Firmen erfüllten die strengen Qualitätskriterien, elf Prozent davon aus Österreich. Die Einschätzungen der Firmenchefs und Führungskräfte sind nicht allgemeingültig, aber zeichnen ein Stimmungsbild, das sich quer durch Branchen und Unternehmensgrößen abzeichnet.

„In Österreich ist die Stimmung fast am schlechtesten“, fasst es David Jaksch von Kienbaum Österreich zusammen. Er betont, dass es immer noch Branchen gebe, die gut funktionieren: Energieversorger, Banken, IT oder Versicherungen. Aber die Industrie, die für Österreich maßgeblich ist, wäre an verschiedensten Fronten stark belastet. Durch den Einbruch des Automobilsektors in Deutschland, den Fortschritt Chinas, das Zollchaos. „Sie sind in der Unsicherheit komplett drin und sind, was Personalkosten angeht, sehr zurückhaltend.“

Gehaltsprognose 2027: Ein Plus von 2,9 Prozent für Österreich

Die Unternehmen rechnen damit, dass Gehälter in Österreich 2027 um 2,9 Prozent steigen werden. Die prognostizierte Inflation liegt laut Oesterreichischer Nationalbank bei 2,3 Prozent. Aus den Lehren der Vergangenheit wisse man, dass Unternehmen ihre Gehaltsprognose großzügig anlegen. In der Praxis sei man teilweise einen ganzen Prozentpunkt runtergegangen, so Jaksch.

Eine Entwicklung, die klar wächst, ist der Fokus auf KI. „Die Investitionen steigen deutlich. Von 40 Prozent auf über 60 Prozent.“ KI würde als „Hoffnungsträger“ wahrgenommen werden – als Möglichkeit, die Produktivität zu steigern und Personalbudgets zu entlasten. Noch würde man sich mit „Versuchsballons“ zufriedenstellen. Über die „große Umschichtung“, bei der ganze Ebenen durch KI ersetzt werden, hätten sich laut Jaksch nur die Allerwenigsten getraut. „Das ist aber ein Szenario, das in den Strategien der nächsten Jahre bereits verankert ist.“

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Wie es beim Personalabbau in Österreich weitergeht

Relevant ist der Personalabbau aber jetzt schon – und zwar für 45 Prozent der befragten Unternehmen. Der Kostendruck für viele Branchen wäre schlicht zu hoch, als dass man sich nur noch auf das „Abschmelzen“, also das Nicht-Nachbesetzen von natürlichen Abgängen, verlassen könnte. „Echter Personalabbau wird wirklich ein Thema“, sagt Jaksch, der sich auf das Schließen von Abteilungen oder gesamten Werken bezieht.

Dennoch gebe es parallel genug Bereiche, die händeringend nach Personal suchen würden – Unternehmen wie die ÖBB, der öffentliche Bereich oder Pflegeeinrichtungen. Insgesamt hätte der Fachkräftemangel aber an Dringlichkeit – zumindest zum aktuellen Zeitpunkt verloren. Das veranschaulichen auch die Daten. In der Prognose für 2026 sahen noch 44 Prozent den Personalmangel als wichtigen Gehaltstreiber. Jetzt sind es nur mehr 28 Prozent. Warum? „Weil das Multikrisenmanagement andere Prioritäten hat“, sagt Jaksch.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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