
Zwei wichtige Personalentscheidungen im Wiener Kulturbetrieb wurden am Dienstag bekannt gegeben – und beide Male gehen Kulturmanagerinnen in die Verlängerung: Barbara Staudinger bleibt für eine weitere Amtszeit Direktorin des Jüdischen Museums Wien, und Bettina Leidl wird das Museumsquartier (MQ) Wien für eine weitere Periode als Geschäftsführerin leiten. Beide Managerinnen wurden für fünf Jahre bestellt.
Wenig Konkurrenz
Die Entscheidung für Staudinger sei einstimmig gefallen, teilte die Wien Holding, zu der das Jüdische Museum Wien gehört, am Dienstag mit. Insgesamt hatten sich nur drei Personen für die neue Direktion beworben, von denen nach dem Rückzug eines Bewerbers zwei am 14. September zu einem Hearing antraten. Aus diesem Prozess ging nun die seit 2022 amtierende Staudinger als Siegerin hervor.
„Gemeinsam mit meinem Team möchte ich das Museum als lebendigen Ort der Auseinandersetzung mit jüdischer Geschichte und Gegenwart weiter stärken und Menschen unterschiedlicher Generationen und Hintergründe erreichen“, freute sich Staudinger in einer Aussendung über ihre Wiederbestellung.
Die Direktorin hatte nach ihrer Bewerbung gegenüber der APA angekündigt, bis 2030 eine neue Dauerausstellung umsetzen zu wollen. Schließlich sei die Besucherzahl 2025 mit 86.700 um ein Viertel niedriger als 2023 gelegen. Dieser Rückgang wurde einerseits auf den Gazakrieg und antiisraelische bis antisemitische Tendenzen, die auch den Kulturbetrieb massiv trafen, zurückgeführt. Zugleich hatte Staudinger mit ihrem Ausstellungsprogramm durchaus auch Kontroversen erzeugt: Die Schau „100 Missverständnisse über und unter Juden“ etwa hatte eine heftige Debatte ausgelöst.
„Die einstimmige Entscheidung der Findungskommission ist ein starkes Zeichen des Vertrauens in Barbara Staudinger und ihre Arbeit!“, beschied nun aber Karin Ramser als Geschäftsführerin der Wien Holding. Und auch die für die Wien Holding zuständige Finanzstadträtin Barbara Novak (SPÖ) unterstrich: „Das Jüdische Museum Wien ist ein bedeutender Ort der jüdischen Geschichte und Gegenwart und ein wichtiger Bestandteil der Wiener Kulturlandschaft. Barbara Staudinger ist es gelungen, historische Themen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und unterschiedliche Generationen anzusprechen.“
Die neue Amtszeit der 1973 geborenen Staudinger startet im Juli 2027.
Auf Kurs im MQ
Bettina Leidl wird das Museumsquartier (MQ) Wien für eine weitere Periode als Geschäftsführerin leiten. Nach einem öffentlichen Ausschreibungs- und Auswahlverfahren mit anschließendem Hearing wurde die 1962 geborene Kulturmanagerin für weitere fünf Jahre von Bund und Stadt bestellt, wie es in einer Aussendung des Kulturministeriums vom Dienstag hieß.
Seit der Übernahme ihrer Funktion 2022 habe Leidl die strategische Weiterentwicklung des MQ „mit einem klaren Fokus auf ökologische Transformation, Öffnung zur Stadt, Aufenthaltsqualität und stärkere Zusammenarbeit der Institutionen“ vorangetrieben. Mit „MQ goes Green“, der Weiterentwicklung des öffentlichen Raums und dem geplanten Neubau des Hauses der Geschichte Österreich seien zentrale Weichen für die Zukunft des Kunstareals gestellt worden.
„Bettina Leidl hat in den vergangenen Jahren wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Museumsquartiers gesetzt und dabei kulturelle Exzellenz mit gesellschaftlicher Verantwortung und einem klaren Blick auf die großen Zukunftsfragen verbunden“, betonte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ). Geprägt von Vielfalt und Weltoffenheit sei das MQ „längst ein Ort internationaler Strahlkraft, an dem Menschen zusammenkommen und Kultur erleben“, wurde Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) zitiert. Eigentümer der MuseumQuartier Errichtungs- und Betriebs GmbH, als deren Geschäftsführerin Leidl formell firmiert, sind zu 75 % die Republik Österreich und zu 25 …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



