Aus für Ardo-Werk: „Gespräche mit einer Handvoll Interessenten“

Wirtschaft

Die Suche nach einer Nachfolgelösung für das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf läuft weiter auf Hochtouren. Niederösterreichs Landeshauptfrau-Stellvertreter und Agrarlandesrat Stephan Pernkopf (ÖVP) bestätigt, dass „Gespräche für eine österreichische Lösung ohne Ardo in alle Richtungen laufen“.

„Es gibt eine Handvoll seriöser, potenzieller Interessenten“, sagt Pernkopf zum KURIER. „Es wird auch eine Gesprächsrunde mit allen geben.“ Namen will der Landesrat vorerst aber nicht nennen.

„Jeder Name, der jetzt genannt wird, schadet dem Projekt“, sagt er. Die potenziellen Investoren würden nämlich Zeit brauchen, um zu klären, welche technischen Lösungen benötigt werden, wie lange die etwaige Lieferung der speziellen Verarbeitungsmaschinen dauern würde und wie die Absatzmöglichkeiten ausschauen.

Konkrete Zusagen

Sie bräuchten wohl auch konkrete Zusagen vom Handel, bevor sie in neue Anlagen investieren. Auch die beiden Investoren, die ursprünglich das Ardo-Werk übernehmen wollten, sollen weiterhin im Rennen sein. Kolportiert wird außerdem, dass unter den Interessenten auch ausländische Investoren seien.

„Es ist sicher etwas am Köcheln, und da weiß der Herr Pernkopf auch mehr als ich“, sagt Landwirt Robert Kriegl, Obmann der Erzeugerorganisation Tiefkühlgemüse (ETG). „Wir diskutieren laufend, aber es ist noch nichts Spruchreifes dabei.“

In der Genossenschaft sind jene rund 500 Bauern organisiert, die das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf im Vorjahr mit 40.000 Tonnen Gemüse aus dem Marchfeld beliefert haben. Wert der Rohware: 18,5 Millionen Euro. Sie haben schon vor Jahren am Anbau neuer Kulturen mit Ardo getüftelt.

Ein Beispiel dafür ist die Sojabohne mit der japanischen Bezeichnung Edamame: „Der Anbau der ursprünglich vor allem aus Asien bekannten Gemüsesoja wurde im Marchfeld etabliert“, so die Landwirtschaftskammer NÖ. „Mittlerweile wird sie in der Region auf rund 900 Hektar kultiviert.“

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3.300 ha Grünzeug

Insgesamt wurden im Marchfeld bisher auf rund 3.300 Hektar Erbsen, Fisolen, Karotten, Mais, Spinat, Kürbis und Kräuter sowie Soja für den belgischen Konzern angebaut.

„Für die gesamte Blattgemüselinie gibt es derzeit keine Tiefkühl-Produktionskapazität in Österreich – außer Ardo“, erklärt Pernkopf. Es laufen aber auch Bemühungen auf einer zweiten Ebene – ob nämlich bestehende Tiefkühlbetriebe wie zum Beispiel Schneiders Gemüseland ihre Kapazitäten erweitern können.

Eine Genossenschaft?

Ein österreichischer Tiefkühlunternehmer, der nicht namentlich genannt werden will, meint, dass unter einer gewissen Konstellation eine Lösung möglich sei.

„Die Genossenschaft ETG könnte mit dem Management das neue Werk führen, Land oder Bund müssten für das Werk Grundstücke zur Verfügung stellen, und der Handel müsste verbindlich zusagen, dass er das Sortiment abnimmt“, sagt der Unternehmer zum KURIER. „Der Bund könnte das Marketing übernehmen, damit die Marke Marchfeld erhalten bleibt.“

Eine Genossenschaft hätte den wirtschaftlichen Charme, dass sie nicht auf Gewinnmaximierung ausgelegt ist, sondern der Förderung und Unterstützung seiner Mitglieder dient. Mit der ETG wäre bereits eine Genossenschaft vorhanden.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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