AMS-Chef über Nachzahlungen: „Werden alle Fälle einzeln durchrechnen“

Wirtschaft

Auch der Oktober hat keine Entspannung am Arbeitsmarkt gebracht. Ende des Monats waren 389.941 Personen arbeitslos oder in Schulung, um 0,5 Prozent bzw. 1.823 mehr als in der Vorjahresperiode.

Während die Arbeitslosigkeit bei den Männern sinkt, erhöht sich jene bei den Frauen erneut. Auch bei den über 50-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit. In der ZiB2 war dazu Johannes Kopf, Chef des Arbeitsmarktservice (AMS), zu Gast.

Ältere hätten oft stabile Erwerbsbiografien, würden nach einem Jobverlust aber schwer wieder Arbeit finden, sagte Kopf. Das AMS arbeite mit Lohnzuschüssen und Qualifizierungsangeboten. Das sind die Methoden, mit der wir auch solche Leute immer wieder in Jobs bringen.

Bedarf „unbestritten“

Trotz steigender Arbeitslosigkeit in Pflegeberufen rät Kopf weiter zu entsprechenden Ausbildungen. Der zusätzliche Bedarf wegen der alternden Gesellschaft sei „unbestritten“. Derzeit würden jedoch Sparmaßnahmen der öffentlichen Hand bremsen.

Auch der Handel stehe unter Druck. „Wir alle kaufen gerne online und das führt dazu, dass der stationäre Handel unter Druck gerät“, sagte Kopf. Einen flächendeckenden Wechsel aus der Branche halte er aber für verfrüht.

AMS-Chef Kopf: „Werden wohl alle länger arbeiten müssen“

Mit Blick auf die demografische Entwicklung verteidigte Kopf seine Aussagen zur Anhebung des Pensionsalters. „Wir werden wohl alle länger arbeiten müssen“, sagte er. Hintergrund sei das Verhältnis zwischen Beschäftigten und Pensionisten. „Dann wäre 2050 das Verhältnis 2 zu 1.“

Kurzfristig verstehe er aber die Kritik der Gewerkschaft. Derzeit gebe es steigende Arbeitslosigkeit und gleichzeitig die schrittweise Anhebung des Frauenpensionsalters.

Skeptisch äußerte sich Kopf zu Strafzahlungen für Betriebe ohne Mitarbeiter über 60. Sinnvoller seien Anreize wie Lohnzuschüsse.

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Nach dem VwGH-Urteil zu falsch berechnetem Arbeitslosengeld rechnet das AMS mit mehr als 100.000 Betroffenen und rund 135 Millionen Euro an Nachzahlungen. „Wir werden alle Fälle einzeln durchrechnen“, sagte Kopf. Die Rückzahlungen sollen automatisch erfolgen.

Dass das AMS die Summe aus dem eigenen Budget einsparen müsse, bezeichnete Kopf als „völlig absurd“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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