
Es war eine Welle der Empörung, die Gianni Infantino Ende Juli auslöste. Der FIFA-Präsident wollte WM-Anteile an private Investoren verkaufen, um zusätzliche Milliarden zu generieren.
FIFA: Infantino und die lange Skandal-Liste
Der Plan stieß auf massiven Widerstand, ehe Infantino zurückruderte und das Projekt aufgab. Beim FIFA-Gipfel in Zürich entschuldigte sich der 56-Jährige Mitte Oktober für das Vorhaben. Die UEFA hält dennoch an ihrer Kritik an der Führung des Weltverbands fest.
Seit seinem Amtsantritt 2016 sorgt Infantino immer wieder für Kontroversen. Der FIFA-Präsident geriet wegen der Nutzung von Privatjets und nicht offengelegter Treffen mit dem damaligen Schweizer Bundesanwalt Michael Lauber in die Kritik. Ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch wurde 2023 mangels Beweisen eingestellt.
Umstritten war auch die Vergabe der WM 2034 an Saudi-Arabien. Das Königreich war der einzige Bewerber, nachdem der Bewerbungsprozess auf Länder aus Asien und Ozeanien beschränkt worden war.
Trotz Kritik: Infantino ohne Gegner bei Präsidentenwahl?
Zuletzt geriet auch Infantinos Nähe zu US-Präsident Donald Trump in den Fokus. Im Dezember 2025 verlieh er Trump den neu geschaffenen FIFA-Friedenspreis. Die Auszeichnung warf Fragen zur politischen Neutralität des Weltverbands auf. Zudem nahm Infantino im Oktober 2025 am Gaza-Friedensgipfel teil – ein ungewöhnlicher Auftritt für einen Fußballfunktionär.
Trotz der wiederkehrenden Kritik könnte Infantino in eine weitere Amtszeit gehen. Im März 2027 steht die nächste Präsidentenwahl an. Infantino hat seine Kandidatur bereits angekündigt, während die Suche nach einem geeigneten Gegenkandidaten noch läuft. Die Zeit wird knapp: Die Frist für Nominierungen endet am 18. November.
Infantino wirbt für sich und setzt finanzielle Anreize
Während bei der UEFA die Suche läuft, wirbt Infantino schon um Unterstützung – mit Erfolg. Südamerika, große Teile Ozeaniens, Asien und Afrika stehen hinter ihm. „Wir stehen ihm bei der Wahl bei. Ich möchte, dass ihr alle aufsteht, und wir alle klatschen für Gianni“, sagte etwa der afrikanische Verbandschef Patrice Motsepe bei einem Treffen mit seinen Funktionärskollegen.
Zudem setzt Infantino auf finanzielle Anreize. Die FIFA soll demnach die Fördermittel für ihre Mitgliedsverbände bis 2030 von zehn auf 25 Millionen US-Dollar erhöhen. Das stößt vor allem bei kleineren Fußballnationen auf Zustimmung.
Die schwierige Suche nach einem Gegenkandidaten
Die Suche nach einem Gegenkandidaten gestaltet sich unterdessen schwierig. Mehrere Namen, die als Herausforderer gehandelt wurden, sind mittlerweile aus dem Rennen. UEFA-Präsident Aleksander Čeferin konzentriert sich auf seine Wiederwahl in Europa.
PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi erklärte, er habe „null Interesse“ am Amt. Auch CONCACAF-Präsident Victor Montagliani, der als möglicher Kronprinz Infantinos galt, zog sich zurück.
UEFA hat zwei Favoritinnen auf Kandidatur
Als Herausforderin infrage kommt Lise Klaveness, Präsidentin des norwegischen Verbands. Die 45-Jährige kritisierte Infantino bereits mehrmals öffentlich und forderte seinen Rücktritt: „Wir haben kein Vertrauen mehr in Infantino. Dieses ist für uns verloren, es gibt für Infantino keinen Weg zurück.“
Auch Michele Kang wird als mögliche Herausforderin gehandelt. Die Südkoreanerin machte sich als Eigentümerin von Olympique Lyon, Washington Spirit und London City Lionesses im Frauenfußball einen Namen.
Zuletzt fiel immer wieder der Name des aktuellen FIFA-Direktors Arsène Wenger. Auch David Beckham wurde genannt. Der Ex-Profi Ramon Vega hat sich unterdessen selbst ins Spiel gebracht. Ob der Schweizer die nötigen fünf Unterstützerschreiben erhält, ist fraglich. Die …read more
Source:: Kurier.at – Sport



