Innovativ: Warum dieses Hochhaus einen Preis holt

Wirtschaft

In einem Wettbewerb um das weltweit innovativste Hochhaus hat sich das „Zin“ in Brüssel durchgesetzt. Das 129 Meter hohe Mischnutzungs-Gebäude ist nach Ansicht der Jury Sinnbild für eine architektonische Erneuerung sowie einen Paradigmenwechsel im Hochhausbau. Statt Abriss und Neubau ging es um Transformation und Ressourcenschonung.

Der mit 50.000 Euro dotierte Internationale Hochhauspreis wird alle zwei Jahre verliehen – unter anderem von der Stadt Frankfurt und dem Deutschen Architekturmuseum (DAM). Anders als bei vielen Hochhäusern handelt es sich bei „Zin“ nicht um einen Stahl- und Glas-Monolithen. Die zwei ursprüngliche Bürotürme wurden laut den Angaben bis auf den Kern zurückgebaut und dazwischen ein neues Gebäude mit doppelter Geschoßhöhe eingefügt.

Heute wird das Gebäude vielfältig genutzt, Teile sind für die Öffentlichkeit frei zugänglich. Neben Sporthalle, Appartements, Hotel, Dachgarten gibt es ein Gewächshaus. Auch die flämische Regierung hat nun dort ihren Sitz. Verantwortlich für das Projekt sind die Architekturbüros „51N4E“ und „Jaspers-Eyers Architects“ aus Brüssel sowie „l’AUC“ aus Paris.

Hoch aufragende Symbole der Macht 

Unabhängig von Ästhetik und Funktion ist es darum gegangen, dass ein Hochhaus „ein guter Nachbar“ sein und der Umgebung etwas zurückgeben solle. „Hochhäuser sollen nicht länger nur hoch aufragende Symbole der Macht sein“, sagt der Juryvorsitzende Brian Yang. Vielmehr sollten Stadtteile belebt werden – und das könne mit einer Mischung von Büros, Hotels und Wohnungen erreicht werden. Zudem sollte ein Hochhaus gewinnen, das auch in 15 Jahren noch von Relevanz sei.

Vom Hochhaus-Preis könne man Impulse bekommen und für die eigene Stadtentwicklung lernen, sagt Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef. „Unsere Skyline prägt nicht nur das Aussehen der Stadt, sie ist längst zu einem Wahrzeichen geworden. Gerade deshalb müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, wie wir Hochhäuser in Zukunft nicht nur neu denken, sondern wie wir mit den bereits vorhandenen Gebäuden umgehen.“ Dafür sei das „Zin“ beispielhaft, bestehende Strukturen blieben erhalten, unterschiedliche Nutzungen liefen zusammen und aus einem früheren Bürokomplex entstehe ein Ort für Arbeiten, Wohnen und Begegnungen.

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Unter den Finalisten waren vier weitere Gebäude, welche die Jury aus insgesamt 30 nominierten Hochhäusern aus zwölf Ländern ausgewählt hatte: „Age 360“, ein 124 Meter hoher Wohnturm in Curitiba (Brasilien), „Tencent Tower“, ein 207 Meter hohes Bürohaus in Guangzhou (China), „88 Walker“, ein 180 Meter hohes Gebäude mit Hotel und Gewerbe in Sydney (Australien) und „One Pearl Bank“, ein 178 Meter hoher Wohnturm in Singapur.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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