Warum die Gen Z nach rechts rückt – und was das mit der Arbeitswelt macht

Wirtschaft

Provozieren oder polarisieren war nicht das Ziel, sagt Generationenforscher Rüdiger Maas. Mit seinem neuen Buch will er vielmehr aufklären, Entwicklungen sichtbar machen und kontroverse Themen ansprechen. Trotzdem trägt es den Titel „Generation Rechts?“ – und er beginnt gleich mit einer Triggerwarnung: „Dieses Buch beinhaltet Erkenntnisse, die Sie auf eine harte Probe stellen und an die Grenzen Ihrer Toleranz bringen können.“

Maas beschreibt eine junge Generation, die immer stärker nach rechts driftet, dort Sicherheit sucht, sich weniger über Rebellion definiert und auch Arbeit anders bewertet als frühere Generationen. Warum sich ihre Haltung so stark verändert hat – und was das nicht nur für die Politik, sondern auch für Unternehmen und die Arbeitswelt bedeutet.

KURIER: Sie starten Ihr Buch mit einer Triggerwarnung. Was triggert Leserinnen und Leser am meisten?

Rüdiger Maas: Als ich das Buch geschrieben habe, dachte ich mir, dass ich Linken und Rechten auf den Fuß trete. Eigentlich wollte ich das ja gar nicht. Ich wollte beschreiben, was sich verändert hat. Warum junge Menschen sich von Rändern angezogen fühlen. Ich wollte einen Dialog führen und die Jungen zu Wort kommen lassen. Dass manche in gewisser Weise schockiert sein werden, dachte ich mir aber schon. Dass sie fragen, wie man so was schreiben und solche Worte nutzen kann. Dem wollte ich mit der Triggerwarnung vorbeugen. Ich kann kein Buch schreiben, ohne auch Klartext zu sprechen.

Gab es bereits Reaktionen auf das Buch? Klar gab es Reaktionen – auch aus dem AfD-Lager. Mich hat aber gefreut, dass die Leute das Buch lesen.

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Für wen haben Sie das Buch geschrieben?

Ich wollte aufklären, ohne zu bewerten. Also Menschen egal welcher politischen Richtung zeigen, wie diese Mechanismen funktionieren. Den Dialog in alle Richtungen ermöglichen und erklären, dass es hier kein Richtig oder Falsch gibt.

Für Ihr Buch haben Sie mit unzähligen jungen Menschen gesprochen und sie offen erzählen lassen. Eine Erkenntnis: Sie werden zumindest teilweise konservativer. Wie wirkt sich das auf die beruflichen Entscheidungen der Generation Z (Anm.: geboren 1997 bis 2010) aus?

Es geht stärker um Sicherheit. Die Jungen sind behütet aufgewachsen. Stellen Sie sich vor: Wenn es schwierig wird, ist Ihr Leben lang jemand da, der es Ihnen abnimmt. Sie werden in die Schule gefahren, Ihre Eltern unterstützen Sie in allem, ChatGPT macht die Hausaufgaben, es gibt immer jemanden, der da ist und Ihnen hilft. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die Jungen verwöhnt sind, aber ihr Wirkraum passt sich immer stärker an sie an. Für sie ist das selbstverständlich. Fällt das weg, fühlt es sich unfair an.

Überbehütet und vermutlich gerade deshalb ängstlich – diese Entwicklung haben Sie schon in Ihren vorherigen Büchern beschrieben.

Man könnte jetzt sagen: Jugendbashing. Und natürlich ist es toll, dass die Eltern sie unterstützen. Aber ihnen fehlt die Möglichkeit, selber Sachen zu schaffen und darauf stolz sein zu können.

Wie zeigt sich das in der Arbeitswelt?

Arbeitgeber bieten sich maximal an und die Jungen haben es bislang leichter gehabt, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Man konnte ihn sich aussuchen und Ansprüche stellen. Das war vor 20 Jahren nicht so. Da hatte man Schwierigkeiten, überhaupt einen Job zu bekommen und war …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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