Tag der Industrie: Der IV-Sommerausklang wurde zum politischen Gipfeltreffen

Politik

Kari Ochsner scheint politisch und wirtschaftlich sehr, sehr gut vernetzt zu sein. Österreichs größter Wärmepumpenerzeuger mit dem Stammsitz im niederösterreichischen Haag ist seit 2023 in seinem Heimatbundesland Präsident der Industriellenvereinigung. Und damit jener Mann, der alljährlich zum Tag der Industrie einlädt.

Diesmal trafen sich rund 800 Gäste vor der Reitschule in Grafenegg. Und noch nie zuvor war die politische Prominenz aller Couleurs so stark vertreten wie an diesem Dienstag Abend. An der Spitze Bundeskanzler Christian Stocker, Hausherrin Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Minister Wolfgang Hattmannsdorfer (alle ÖVP). Weiters Staatssekretär Sepp Schellhorn (Neos), Landesrätin Susanne Rosenkranz (FPÖ), Klubobfrau Leonore Gewessler (Grüne) sowie IV-Präsident Georg Knill, IV-Generalsekretär Christoph Neumayer, Wirtschaftskammerpräsidentin Martha Schultz, und ihr NÖ-Präsident Wolfgang Ecker, Arbeiterkammerpräsident Markus Wieser, SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll etc.

Die Überraschung: Statt der gewohnten Kritik stellte sich die Industrie mehr hinter die Regierung. Georg Knill lobte die Industriestrategie, Kari Ochsner die kommende Aktivpension. Er sprach auch die von ihm eingeleitete Debatte über eine 41-Stunden-Woche und weniger Feiertage an. Es gehe um die Frage, wie Österreich sein Arbeitsvolumen erhöhen und gleichzeitig dafür sorgen könne, dass sich zusätzliche Leistung auszahlt. „Wer mehr arbeitet, muss netto spürbar mehr davon haben.“ In der Klimaschutz-Debatte sieht er die Industrie als wesentlichen Teil der Lösung. Aber: „Ein Alleingang, zehn Jahre vor dem Rest der EU klimaneutral zu sein, hilft dem Weltklima nicht, schwächt aber unseren Standort.“ Von der Rede des Kanzlers wurde vor allem seine Ansage in Richtung Kapitalmarkt von den Industrievertretern goutiert. Stocker: „Wir müssen den Kapitalmarkt stärken, damit mehr Kapital für Innovation und Investitionen in Österreich zur Verfügung steht.“ Im Hinblick auf die Regierungsarbeit verteidigte er einmal mehr den Kompromiss, der angesichts der drei Parteien immer notwendig ist.

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Ein Thema war für alle Entbürokratisierung. Dafür wurde auch Staatssekretär Sepp Schellhorn auf die Bühne geholt. Zu Beginn der Veranstaltung war ja genau beobachtet worden, ob sich Johanna Mikl-Leitner und Schellhorn die Hand geben werden, nachdem der Staatssekretär den Ländern Blockade vorgeworfen und Mikl-Leitner scharf gekontert hatte.

Sie gaben sich die Hand und Schellhorn erklärte auf der Bühne, dass man sich ausgesprochen habe. Mikl-Leitner ergänzte, dass der große Hebel für die Entbürokratisierung im Bund liege. Und: „Wer investiert und unternehmerisches Risiko trägt, verdient Respekt, Vertrauen und mehr Luft zum Wirtschaften, statt immer neue Steuern, Auflagen und Berichtspflichten.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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