Piotr Beczala, mit betörenden Höhen und weichem Schmelz

Kultur

von Helmut Christian Mayer

„In fernem Land“: Edles Timbre, weichen Schmelz und makellose strahlende Höhe sowie herrliche Legatokultur verströmte der außergewöhnlich schöne Tenor von Piotr Beczala nicht nur bei der Gralserzählung aus „Lohengrin“ von Richard Wagner, sondern den ganzen Abend im Wiener Konzerthaus. 

Im ersten Teil war ausschließlich Musik des Bayreuther Meisters angesagt und so konnte der aus Polen stammende Ausnahmesänger auch mit „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ aus „Die Walküre“ sowie dem Gebet aus „Rienzi“ und dem „Preislied“ aus den „Meistersingern“ – vor allem letzteres schien er vom Notenblatt singend noch nicht ganz verinnerlicht zu haben – punkten.

Im deutschen und im italienischen Fach

Dann verglich er mit perfekter Technik und großer Leidenschaft bei der Romanze „Recondita armonia“ zuerst die Schönheit seiner Geliebten mit seinem gemalten Porträt, um dann auch mit der zweiten Paradearie des Cavaradossi „E lucevan le stelle“ aus Giacomo Puccinis „Tosca“ die Sterne blitzen zu lassen, die er als Zugabe wiederholte. Dann betörte er noch mit zwei Arien aus Umberto Giordanos „Andrea Chénier“. Damit konnte Beczala seine Vielseitigkeit nicht nur im deutschen, sondern auch im italienischen Fach beweisen.

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Marco Boemi begleitete mit viel Verve, leider manchmal etwas zu knallig und zu wenig raffiniert. Der Klangkörper konnte aber insgesamt auch solistisch seine Qualitäten beim Vorspiel des 3. Aktes aus „Lohengrin“, sowie ganz besonders beim Trauermarsch aus der „Götterdämmerung“ und beim Intermezzo aus Puccinis „Manon Lescaut“ und Amilcare Ponchielli „Danza delle ore“ aus „La Gioconda“ ausspielen. 

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Für den auch zwischendurch immer wieder ausbrechenden Jubel und für die finalen, stehenden Ovationen bedankte sich Beczala mit drei Zugaben, darunter Arien aus den Opern „Halka“ von Stanislaw Moniuszko sowie „Fedora“ von Giordano.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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