1995 in Dublin: Als Polster und Ogris Teamchef Prohaska retteten

Sport

Ralf Rangnick zieht im Kosovo-Spiel am Sonntag mit Herbert Prohaska gleich. Indem er zum 51. Mal als Teamchef auf der ÖFB-Bank Platz nimmt. Nach dem Abschlusstraining besuchte der Deutsche am Samstag den Heldenplatz. Wo zigtausend Leut’ den 25. Tag des Sports zelebrierten. Indem sich vor allem Jüngere an 80 Mitmachstationen in diversen Sportarten versuchten und Selfies mit (Winter-)Idolen und Rangnick machen durften.

Ist Österreich somit doch eine Sportnation? Ja, weil mittlerweile so viele Fitnessbewusste wie noch nie (darunter immer mehr weibliche) laufend unterwegs sind. Nein, weil fast schon ein Drittel der Jugendlichen übergewichtig ist.

Die Schere zwischen denen, die sich extrem viel und solchen, die sich überhaupt nicht bewegen, wird immer größer.

So unterschiedlich wie die Einstellung der Österreicher zum Sport ist – wenn auch für’s Wohl des Staates nicht so relevant – deren Meinung übers Fußballteam und dessen Boss.

Nörgler vor dem Bildschirm

Während das teamtreue Vorort-Publikum auch während der zähen Anfangsphase in Linz geduldig zur Nationalelf hielt, verloren so manche der neun Millionen Teamchefs vorm Bildschirm bald die Geduld. In WhatsApp-Gruppen wurde schon nach 25 Länderspielminuten um die Wette geflucht und letztlich das 3:1 als Glückssieg bezeichnet, den man nur dem Ausschluss eines Israeli zu verdanken habe.

Peter Stöger schloss sich als ORF-Co-Kommentator den vernichtenden Urteilen nicht an. Würdigte das technische Können der Israeli und wies sachlich auf österreichische Schwächen beim Kreieren von Torchancen hin.

Das wird Rangnick zu schätzen wissen, zumal in dessen Heimat Honorar-Kritiker zu viel deftigeren Äußerungen neigen. Herbert Prohaska gleicht als ORF-Chefanalytiker überhaupt der personifizierten Toleranz. Auch, weil er weiß, wie es ihm einst selbst als Teamchef erging.

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So war in Dublin, dort, wo Österreich am 1. Oktober das dritte Nations-League-Spiel bestreitet, im Juni 1995 vom ORF schon ein Stadion-Kammerl für eine verbale dritte Halbzeit gemietet und dafür Otto Baric als Prohaska-Abmontierer engagiert worden. Nur spielten Toni Polster und Andi Ogris nicht mit, nämlich zu gut, indem sie Österreich zum damals unerwarteten 3:1 gegen Irland schossen. Worauf die Prohaska-Kritiker in der Live-Diskussion verstummten.

Baric durfte Prohaska erst vier Jahre später beerben. Nachdem das 0:9 in Spanien Prohaskas 51. und letztes Spiel als Teamchef gewesen war.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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