Wo Wohnen in Europa am teuersten kommt – und warum Wien noch gut dasteht

Politik

Vorbei die Zeiten, wo in Lissabons wunderbarer Altstadt verhuschte, kleine Wohnungen zu Spottpreisen zu mieten waren. Heute mutet die Hauptstadt Portugals den Bewohnern ihrer Mietwohnungen gemessen am Durchschnittsverdienst die höchsten Belastungen von ganz Europa zu: Die Kosten für eine 2-Zimmer-Wohnung liegen im Schnitt über dem Netto-Monatseinkommen. Bis zu 116 Prozent des Monatslohns kann dieser Mietanteil laut Eurostat betragen – ein Wert, der in dieser Höhe auf dem ganzen Kontinent nicht einmal annähernd so dramatisch hoch zu finden ist. Entsprechend groß sind auch in Lissabon immer wieder die Proteste gegen Wohnungsnot und Mietpreiswahnsinn.

Der Grund für diese Entwicklung, die sich nur binnen weniger Jahre vollzogen hat: der massive Zuzug sogenannter digitaler Nomaden, die von ihrem Homeoffice in Lissabon aus überall auf der Welt ihre Arbeit leisten können. Ausländische Investoren, die Portugals Stadtperle entdeckt haben, sowie ein nie dagewesener Zustrom an Touristen (und damit auch Airbnb-Wohnungen) und ein viel zu geringes Bauwachstum – und angesichts all dieser kostentreibenden Faktoren blieben die lokalen Gehälter und Löhne gering.

Generell gilt für ganz Europa: Wohnen ist der größte Ausgabeposten der Haushalte. Einschließlich der Nebenkosten beläuft er sich im Schnitt auf mindestens ein Viertel der Haushaltsaufwendungen.

Die teuerste europäische Hauptstadt

Von allen Hauptstädten Europas ist das Mieten im Schnitt in London am teuersten: Rund 3.050 Euro sind im Schnitt für eine 2-Zimmer-Wohnung zu berappen. Die Mietbelastung pro Durchschnittslohn fällt hingegen geringer aus als in Lissabon: etwa drei Viertel des Nettoeinkommens sind in der britischen Hauptstadt im Schnitt fürs Mieten einzuplanen.

  Tennessee will erstmals seit 200 Jahren eine Frau hinrichten

Fast genauso hoch fällt im europäischen Städtervergleich das Mieten in Madrid und Barcelona aus: Die Durchschnittslöhne verharren auf relativ niedrigem Niveau, während die Mietpreise steigen und steigen. In Mailand schließlich, Italiens teuerster Stadt, müssen Mieter und Mieterinnen im Schnitt 71 Prozent ihres Einkommens fürs Wohnen aufbringen.

Zwischen 50 und 65 Prozent ihres Nettoeinkommens zahlen Singles auch in Zagreb, Rom, Prag und Dublin für die Miete ihrer kleinen Wohnung. Demnach gilt es in Rom etwa für eine Zwei-Zimmer-Wohnung rund 1.650 Euro zu bezahlen.

Und Wien?

Für Wien beziffert Eurostat die Kosten für eine Wohnung derselben Größe mit 1.600 Euro – weil aber hier die Löhne höher ausfallen, rangiert die Bundeshauptstadt erst an 16. Stelle der teuersten europäischen Hauptstädte.

Die absolut höchste Miete im europäischen Städtevergleich ist laut Eurostat in Genf zu bezahlen: Stolze 3.350 Euro kostet dort eine Zwei-Zimmerwohnung. Extrem hoch sind auch die Mieten in Dublin (2.650 Euro), in Stockholm (2.650 Euro) und in Oslo (2.550 Euro). Irlands und Schwedens Hauptstadt teilen sich somit den Titel der teuersten EU-Hauptstädte in Bezug auf Mieten.

Am günstigsten mietet man hingegen im nordmazedonischen Skopje – 470 Euro für eine Zweizimmerwohnung, will man in der EU bleiben, wären das in der bulgarischen Hauptstadt Sofia auch schon 900 Euro. Doch in beiden Städten sind die lokalen Gehälter wiederum so niedrig, dass auch dort das Wohnen alles andere als billig ist.

…read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 2 times, 2 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.