Hacker, Rangnick und das Stadion: Ein Wiener Eigentor mit Folgen

Sport

Die Diskussion um einen Stadion-Neubau in Wien währt schon lange, doch sie hat ordentlich Fahrt aufgenommen, seit Ralf Rangnick Teamchef in Österreich ist. Die Stadt Wien nervt das offenbar und sie hat im März 2025 versucht, die Debatte zu beenden. Es sei nicht die Kernkompetenz eines Teamchefs, sich um ein Nationalstadion in Wien zu kümmern, hatte Peter Hackers Büro dem Teamchef über die Medien ausgerichtet. Übersetzt heißt das: Schuster bleib bei deinem Leisten. Oder auf Wienerisch: Halt dich raus, Piefke!

Wer Ralf Rangnicks Karriere verfolgt hat, hätte wissen können, wohin das führt. Es war ein Eigentor des Stadtrats in einem Spiel, das noch nicht vorbei ist. Rangnick lässt sich nicht einschränken, wenn er etwas bewegen möchte und schon gar nicht lässt er sich den Mund verbieten. Seine erste Reaktion war es damals, einem gemeinsamen Termin mit dem Stadtrat fernzubleiben.

Steter Tropfen höhlt den Stein

Seither schneidet der Deutsche bei Medienterminen das Thema an, selbst wenn er nicht danach gefragt wird. Frei nach dem Motto: Steter Tropfen höhlt den Stein. Die neueste Aussage des 68-Jährigen ist aber besonders brisant: „Wir haben reihenweise Investoren, die nur darauf warten, dass grünes Licht kommt. Das würde das Land Österreich keinen einzigen Euro kosten, diese Arena“, so der Teamchef im ORF-Gespräch mit Susanne Schnabl, die sichtlich überrascht nachhakte. Der Teamchef blieb dabei: Drei bis vier Investoren wären übermorgen da und würden die komplette Arena übernehmen, so Rangnick.

Keinen Euro? Zumindest ein Grundstück müssten Stadt oder Bund zur Verfügung stellen, das man auch anderwertig monetarisieren könnte. Eines darf man dem Teamchef aber glauben: Die Investoren gibt es und das allein setzt die Politik unter Druck.

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Das Argument, man könne in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht Hunderte Millionen Euro Steuergeld für ein neues Stadion ausgeben, ist jetzt vom Tisch und als logischen nächsten Schritt müsste Peter Hacker nun Ralf Rangnick ins Rathaus einladen mit der Bitte, ihm die Runde an Investoren vorzustellen.

Dass die beiden noch an einem Strang ziehen, ist aber unwahrscheinlich. Und nachdem das Geld-Thema keines mehr ist, geht es womöglich um Macht. Wenn Rangnick sagt, die Investoren würden „die komplette Arena übernehmen“, dann heißt das, die Politik würde auch die Betreiberrechte an dieser Arena verlieren und die Stadt Wien nicht mehr Herr im Haus sein. Hacker sieht die Stadt aber als Vermieterin. Und Vermieter geben nur ungern ihre Schlüssel ab.

Mit dem Verweis auf Rangnicks Kernkompetenz wollte man einen lästigen Floh loswerden. Erreicht hat man das Gegenteil. Für Rangnick ist das eine persönliche Sache geworden. Ein Match, das er unbedingt gewinnen will und ein Sieg hätte für ihn wohl ähnlich große Bedeutung wie eine weitere WM-Teilnahme. Fortsetzung folgt.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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