
„Die Gründe für das Abgleiten in die nunmehrige Insolvenz führt die Antragstellerin auf die seit geraumer Zeit angespannte Marktlage mit rückläufigen Aufträgen, geändertes Konsumverhalten und deutlich schwächere Exportabsätze zurück. So konnten die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen sowie die damit verbundenen Finanzierungskosten nicht mehr aus den laufenden Erträgen bedient werden“, so der AKV. „Weiters verweist die Antragstellerin auf die Fälligstellung bestehender Finanzierungen, einen daraus resultierenden Liquiditätsengpass, die eingeschränkte Verwertbarkeit der lagernden Produkte sowie gescheiterte Investorenverhandlungen. Auch die besondere alkoholsteuerrechtliche Situation wird als wesentlicher Faktor angeführt.“
Über das Vermögen der DK Manufacturing GmbH mit Sitz in Aigen, Steiermark, wurde laut AKV, Creditreform und KSV1870 am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Aktuell sind zwei Mitarbeiter beschäftigt.
Im Insolvenzantrag wird darauf hingewiesen, dass aufgrund der Insolvenz auch eine Antragstellung für die 100-prozentige Tochtergesellschaft Distillery Krauss GmbH unausweichlich sei.
Der Hintergrund
Die 2017 gegründete Destillerie produziert hochwertige Spirituosen wie Whisky, Gin, Rum, Wermut, Edelbrände und Liköre für den österreichischen und internationalen Markt. Zu den bekannten Eigenmarken zählen Sulm Valley Whiskey, Ginerol, Barrel Aged Dry Gin und Organic Liqueur Orange. Das Unternehmen kooperiert zudem mit einem namhaften Getränkeproduzenten, der unter der Marke „Krauss Gin“ ein Gin-Mischgetränk vertreibt.
Schulden und Vermögen
Die Verbindlichkeiten betragen rund 7 Millionen Euro, wovon etwa 3,7 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten sind.
Die Aktiva betragen 2,56 Millionen Euro, sie entfallen hauptsächlich auf eine Betriebsliegenschaft, Produktionsanlagen und Lagerbestände. „Davon sind allerdings etwa 2,26 Millionen Euro durch Aus- und Absonderungsrechte belastet, sodass nur rund 297.000 Euro freies Vermögen verbleiben“, heißt es weiters.
Die Sanierung
Das Unternehmen strebt eine Fortführung an und bietet den Gläubigern einen Sanierungsplan mit einer Quote von mindestens 30 Prozent an, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Die Finanzierung soll durch laufende Geschäftstätigkeit, Forderungsinkasso, Vermögensverwertungen und den angestrebten Einstieg eines Investors erfolgen.
Der Zeitplan
Zum Sanierungsverwalter wurde die Anwaltskanzlei Jaufer Rechtsanwälte GmbH in Graz bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis 1. Dezember 2026 anmelden. Die Gläubigerversammlung findet am 3. November 2026 statt, die Sanierungsplantagsatzung am 12. Jänner 2027.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



