
Die Nebensaison gewinnt einer Studie zufolge für den heimischen Tourismus zunehmend an Bedeutung. So bringen Frühling und Herbst laut einer aktuellen Auswertung der Österreich Werbung (ÖW) durchaus kaufkräftige Besucherinnen und Besucher. Demnach geben Gäste im Frühling pro Tag und Person im Schnitt 228 Euro und im Herbst 198 Euro aus und damit mehr als im Sommer (188 Euro). Höher seien die Ausgaben nur im Winter (239 Euro), teilte Österreich Werbung am Mittwoch mit.
Da Frühling und Herbst außerhalb der großen Schulferien liegen, fallen Familien als Kernzielgruppe weg. Die typischen Gäste der Nebensaison sind laut Erhebung häufig zeitlich flexibler, gut situiert, älter und reisen als Paar oder allein. Auch die Reisedauer fällt demnach mit 5 Nächten im Schnitt kürzer aus, über 40 Prozent bleiben maximal 3 Nächte und das bevorzugt im 4-Sterne-Hotel.
Preis in der Nebensaison nachrangig
Natur und Landschaft zählen laut Studie zu den häufigsten Gründen für die Wahl der konkreten Urlaubsdestination. Auch Sehenswürdigkeiten und das Kulturangebot seien relevante Entscheidungsfaktoren. Weniger Einfluss auf die Entscheidung habe indes der Preis. Nur für 7 Prozent der Befragten im Frühling und 10 Prozent im Herbst sei der Preis ein Grund für die Wahl des jeweiligen Urlaubsziels.
Bei den Urlaubsaktivitäten der Gäste stehen laut Studie Erholung, Genuss, Kultur und Sightseeing im Vordergrund. Der Anteil derer, die im Urlaub auf Sport verzichten, ist im Frühling und im Herbst mit je gut einem Drittel deutlich höher als im Sommer, wo nur knapp ein Fünftel im Urlaub keinen Sport ausübt und als im Winter, wo nur ein Siebentel der Gäste im Urlaub nicht sportlich unterwegs ist.
In der Nebensaison sei Wandern die häufigste sportliche Aktivität. Noch beliebter seien aber Spazierengehen und Flanieren sowie der Besuch von Sehenswürdigkeiten. Auch regionale Kulinarik und Kaffeehausbesuche seien fixer Bestandteil des Nebensaison-Urlaubs. Jeder zweite Gast gehe auswärts essen.
Neue Gäste kommen vermehrt in der Nebensaison
Der Stammgästeanteil ist der Studie zufolge bei Urlaub in Österreich besonders hoch, das gilt speziell für den Winter. Im Umkehrschluss folgert die Studie, dass neue Gäste vermehrt in der Nebensaison gewonnen werden können. Demnach machten Erstbesucher im Frühling 13 Prozent und im Herbst 14 Prozent der Gäste aus, im Winter dagegen nur 6 Prozent.
Für die Erhebung wurden laut ÖW im Rahmen des Tourismus-Monitor Austria (T-MONA) rund 42.200 Interviews gesammelt. Der Monitor ist ein Kooperationsprojekt der ÖW mit den neun Landestourismusorganisationen unter Beteiligung von österreichischen Tourismusdestinationen, das vom Marktforschungsunternehmen Manova umgesetzt wird. Da keine Quelle für Strukturdaten über die Grundgesamtheit aller Österreich-Urlauber existiert und die Befragung ausschließlich online durchgeführt wird, erhebt T-MONA den Angaben zufolge keinen Anspruch auf Repräsentativität.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



