
„Das war etwas Besonderes, diese Ehrung wird nur an eine Person im Jahr vergeben“, sagt Herwig Straka über die Verleihung des World Tennis Award vom Tennis-Weltverband. Eine verdiente Auszeichnung, immerhin entwickelte der heute 60-jährige Steirer das Event zu einem Weltturnier. Was Straka zum Aufstieg, zu Plänen und Wünschen sagt.
KURIER: Wie merkt man in der Turnierwoche, dass die Erste Bank Open immer populärer werden? Melden sich plötzlich viele Leute, die etwas von einem wollen? Herwig Straka: Ja, sehr viele. Heute in der Früh kamen circa 100 Anfragen bezüglich Tickets. Mittlerweile bin ich fast negativ überrascht, wenn einmal niemand anruft. So einen Ansturm hatten wir noch nie.
Kann das Turnier überhaupt noch wachsen?
Ich habe nie gesagt, dass nichts mehr geht. Natürlich ist das Niveau mittlerweile sehr hoch. Man muss nicht lange darüber reden, wie viel wir inzwischen erreicht haben. Was schwierig wird, ist beispielsweise, dass noch einmal ein Spieler in Österreich die Nummer eins der Welt wird. Das ist einmalig. Zuschauermäßig sind wir jetzt aber wirklich am Plafond. Es war noch nie der Fall, dass wir sieben Tage lang ausverkauft waren.
Ist das auch einem allgemeinen Tennisboom geschuldet?
Es ist eine Mischung. Weltweit boomen die Tennisturniere. Wir haben auf ATP-Seite aber auch einiges richtig gemacht. Wir haben es geschafft, eine größere Bandbreite an Spielern zu Stars zu machen. Früher lag der Fokus immer auf Federer, Nadal und den anderen. Wenn einer von ihnen nicht gekommen ist, war das Turnier automatisch weniger wert.
Braucht das Turnier überhaupt noch österreichische Top-Spieler?
Wenn man fragt, ob wir österreichische Spieler brauchen, um mehr Karten zu verkaufen, lautet die Antwort mittlerweile: nein. Es würde mich trotzdem sehr freuen, wenn es wieder einmal jemand schafft, auf einem bestimmten Niveau mitzuspielen, und den Einzug ins Viertelfinale schaffen kann.
Wie viele Karten könnten Sie verkaufen, wenn es keine Kapazitätsgrenze von 9.800 in der Stadthalle gäbe?
Ich glaube, dass wir mindestens doppelt so viele Karten verkaufen könnten. Von Donnerstag bis Sonntag ganz sicher. Wenn nicht sogar mehr. Es ist natürlich schön, wenn man ausverkauft ist. Eine Halle mit 15.000 Plätzen würde sich wahrscheinlich trotzdem jeden Tag füllen. Die Stadthalle wird uns in dieser Hinsicht vermutlich noch die nächsten zehn Jahre Grenzen setzen.
Gibt es noch einen Spieler, den Sie unbedingt einmal nach Wien holen möchten?
In der Geschichte gab es nur ganz wenige Spieler, die nicht bei uns waren. Rafael Nadal war einer davon. Ein Ziel wäre, Nadal und Roger Federer noch einmal nach Wien zu bringen, jedoch auf einer anderen Ebene.
Wie wichtig ist es Ihnen, andere Facetten des Tennissports wie Rollstuhltennis beim Turnier zu haben?
Das ist sehr wichtig. Wenn wir neue Spieler und neue Zielgruppen ansprechen wollen, müssen wir zeigen, was Tennis alles zu bieten hat. Wir wollen das Angebot ausweiten. Irgendwann soll auch Damentennis dazukommen.
Ist es angesichts des heutigen Niveaus überhaupt noch erstrebenswert, ein Masters-1.000-Turnier anzustreben? Carlos Alcaraz sagte vor ein paar Tagen, dass ihm so ein 500er lieber ist.
Finanziell wäre das definitiv lukrativer und interessanter. Man hätte ganz andere Fernsehverträge. Über die zentrale Vermarktung bekommt man ein Vielfaches an Geld, ohne selbst dafür etwas tun zu müssen. …read more
Source:: Kurier.at – Sport



