ÖVP Oberösterreich fordert Islamunterricht wie in Bayern

Politik

Kommt Religionsunterricht in Österreich bald unter „staatliche Aufsicht“? Integrationsministerin Claudia Bauer (ÖVP) hatte das Ende September gefordert. Grund: Derzeit sind die Religionsgemeinschaften für den Inhalt des Unterreichst zuständig. Die Fachaufsicht obliegt ebenso kirchenrechtlichen Organen, die Dienstaufsicht dem Staat.

Der Staat sei somit bei der Aufsicht „auf einem Auge blind“, meinte Bauer – die insbesondere beim islamischen Religionsunterricht Handlungsbedarf ortete, wo Eltern Kinder aus Angst vor Indoktrinierung abmelden würden. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) reagierte zurückhaltend. Eine Neuaufstellung der Fachaufsicht sei verfassungsrechtlich kompliziert, an die Gesetze müssten sich die Religionsgemeinschaften ohnehin halten.

Er sei jedenfalls gespannt auf Bauers Vorschläge, so Wiederkehr. Ein konkretes Modell hat nun die ÖVP Oberösterreich vorgelegt, wo derzeit jedes dritte muslimische Kind nicht am Islamunterricht teilnimmt. Landesgeschäftsführer Florian Hiegelsberger fordert islamischen Religionsunterricht wie in Bayern.

Das bayrische Modell

Was würde sich dadurch ändern? Wer sich in Bayern vom christlichen Religionsunterricht abmeldet, muss entweder Ethikunterricht oder Islamunterricht wahrnehmen. Beim Islamunterricht sind, im Gegensatz zu Österreich, die muslimischen Verbände nicht beteiligt. Es handelt sich vielmehr um einen Ethikunterricht mit islamischem Schwerpunkt – quasi „Islamkunde“.

Im Unterricht sollen die verschiedenen islamischen Strömungen neutral dargestellt werden. Für die Lehrpläne ist das Kultusministerium zuständig. Damit will Bayern fundamentalistischen Haltungen vorbeugen. Hiegelsberger fordert auch in Österreich staatlich organisierten Islamunterricht.

Wer diesen nicht wahrnimmt, soll bereits ab der Volksschule verpflichtend in Ethikunterricht gehen. Derzeit ist das in Österreich erst ab der 9. Schulstufe vorgesehen. „Wir dürfen die Kinder nicht ohne strukturierten Werteunterricht aufwachsen lassen. Unser Ziel muss sein: Religion oder Ethik – aber kein Kind ohne Werteunterricht“, argumentiert Hiegelsberger. Kinder würden fundiertes Wissen über Religion, Werte und die Grundlagen des Zusammenlebens brauchen: „Wir müssen bei der Eindämmung von radikalen, spaltenden und nationalistischen Strömungen schon in den Schulen beginnen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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