
Carlos Alcaraz muss sich überraschend in der dritten Runde des ATP-1000-Turniers in Shanghai 5:7 6:7 (4) geschlagen geben. Zizou Bergs (ATP 39) feiert damit den größten Sieg seiner Karriere und ebnet Alexander Zverev den Weg an die Spitze der Weltrangliste. Auch für Österreich ist der Erfolg des Belgiers von Interesse, denn im Davis-Cup-Finalturnier in Bologna könnte Alcaraz zum Auftakt einer der Gegner des ÖTV-Teams sein.
Nervenstarker Bergs sorgt für die Sensation
Nach seinem Titelgewinn in Tokio und einem überzeugenden Auftaktsieg gegen Juan Manuel Cerundolo in Shanghai erwischte der Spanier diesmal keinen guten Tag. Im ersten Satz wirkte der Spanier nervös, haderte mit den Bällen und fand gegen den druckvoll spielenden Belgier nur schwer seinen Rhythmus. Besonders mit seinem Aufschlag stellte Bergs den Spanier vor Probleme. Als der 27-jährige Belgier im zweiten Satz bei 6:5 zum Matchgewinn aufschlug, kämpfte sich Alcaraz zwar noch einmal zurück und schaffte es ins Tiebreak. Bergs blieb jedoch nervenstark und machte mit 7:4 den Erfolg perfekt.
„Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. (…) In solchen Momenten realisiert man kaum, was gerade passiert. Man ist voll konzentriert und denkt nur an die nächsten Punkte. Jetzt, eine Minute nach dem Match, fällt es mir noch schwer, zur Ruhe zu kommen. Aber ich bin sehr glücklich“, sagte Bergs nach dem größten Sieg seiner Karriere.
Zverev vor historischem Meilenstein
Während Alcaraz frühzeitig die Heimreise antreten muss, darf Alexander Zverev auf eine historische Premiere hoffen. Der Deutsche wird spätestens zum Saisonende erstmals die Nummer eins der Welt sein. Da neben Alcaraz auch der US-Amerikaner Ben Shelton vorzeitig ausschied und Jannik Sinner seine Saison verletzungsbedingt bereits beendet hat, sind die letzten rechnerischen Zweifel beseitigt. Zverev wäre damit 35 Jahre nach Boris Becker erst der zweite deutsche Tennisprofi, der die Spitze der Weltrangliste erreicht. Becker stand insgesamt zwölf Wochen ganz oben. Zverev könnte diesen Wert bereits Anfang 2027 übertreffen.
„Es war eine fantastische Saison für mich – die Siege in Paris und New York und das Wissen, das Jahr als Nummer eins der Weltrangliste zu beenden, sind einfach ein wahr gewordener Traum“, erklärte Zverev. Auch bei den Erste Bank Open in Wien will der Hamburger seine erfolgreiche Saison fortsetzen. In der Stadthalle könnte er sich bereits vorzeitig die Nummer eins sichern. Gewinnt Zverev das Turnier in Shanghai, reicht ihm in Wien der Einzug ins Halbfinale. Bei einem Finaleinzug in China müsste er hingegen das Turnier in Wien gewinnen.
Bergs als Vorgeschmack auf Bologna
Auch für Österreich ist Bergs Erfolg eine interessante Randnotiz. Erst im September war der Belgier beim Davis Cup in Wien auf Jurij Rodionov getroffen. Der Österreicher gewann mit 7:6 (6), 6:3 und sicherte dem ÖTV-Team damit den entscheidenden Punkt zum 3:1 gegen Belgien. Österreich qualifizierte sich dadurch erneut für das Final 8 in Bologna. Dort wartet zum Auftakt Spanien, möglicherweise mit Alcaraz.
Der siebenfache Grand-Slam-Sieger hat sich über eine mögliche Teilnahme bereits geäußert: „Der Davis Cup ist für mich in dieser Saison ein wirklich wichtiges Ziel.“ Im Vorjahr hatte er das Finalturnier verletzungsbedingt verpasst. Pikant ist seine jüngste Kritik am dicht gedrängten ATP-Kalender. „Wir spielen zu viele …read more
Source:: Kurier.at – Sport



