Ein schwuler Influencer wird plötzlich hetero: „Jim Queen“ – witzig und queer.

Kultur

Sehr queer und sehr lustig poppt knallbunt die freche Animation „Jim Queen“ ins Auge. Inspiriert von „South Park“, liefert das französische Trickfilmduo Marco Nguyen und Nicolas Athané in schönstem Pink und Blau eine inspirierte Satire auf die Aids-Pandemie und die Schwulenszene in Paris. Dort drückt der auftrainierte Influencer Jim Perfect die Gewichte und regiert als heiß begehrte „Gym Queen“ die Muckibude. Seine 20 Millionen Follower beeindruckt er tagsüber mit seinem Bizeps und nachts als Eintänzer im Club. Seine Fans sind zahllos, darunter auch der blonde Lucien, aufgrund seiner zarten Statur ein echter „Twink“: klein, dünn und haarlos – also das genaue Gegenteil von Jim.

Gerade als Jim wieder einmal selbstverliebt vor dem Spiegel trainiert, fällt ihm plötzlich ein Bauchmuskel aus dem Sixpack. Und dann noch einer. Und noch einer. In Panik rast Jim ins Spital, wo ihm seine Arztfreundin Nina mitteilt, dass eine grässliche Epidemie die Szene erfasst hat: die Heterose.

Der Heterovirus infiziert schwule Männer und verwandelt sie in Heteros – mit grässlichen Folgen: Den Erkrankten wächst ein Bierbauch, sie wünschen sich plötzlich Kinder und interessieren sich für Fußball. Ärger geht’s nicht.

Auch Jim hat sich infiziert. Er weiß auf einmal, was ein Abseits ist. Höchste Not! Seine einzige Hoffnung ist ein mysteriöser Doktor, der angeblich ein Gegengift besitzt.

Gaystapo

Gemeinsam mit seinem letzten Fan Lucien, der so schwach ist, dass er nicht einmal ein Weckerl in der Mitte durchbrechen kann, dafür aber eine Stimme hat wie ein Goldkehlchen, macht er sich auf die Suche. Gejagt von der Gaystapo – eine Truppe von wüsten Typen in S/M-Bondage-Outfits, die infizierte Männer mit Gewalt wieder verschwulen will – stolpern Jim und Lucien durch die queere Subkultur.

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Mit viel Analhumor rollt „Jim Queen“ genussvoll alle Stereotypen homoerotischer Spielarten auf – von Schuhschnüfflern über Drag Queens bis hin zu Chemsex-Junkies. Nicht ganz jugendfrei, dafür hochgradig unterhaltsam, schwingen die Regisseure eine Regenbogenfahne für eine tolerante Vielfalt in unserer (queeren) Gegenwartskultur.

INFO: F/BL 2026. 85 Min. Von Marco Nguyen und Nicolas Athané.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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