Eine Austria-Legende wird 80 – und will sich nicht feiern lassen

Sport

Im Oktober 2006 wurde Thomas Parits anlässlich seines 60. Geburtstags von der Austria gefeiert und in einem Atemzug mit Franz Beckenbauer genannt, weil Parits – so wie der Münchner „Kaiser“ mit dem FC Bayern – sowohl als Spieler, Trainer und Vereinsvorstand mit ein und demselben Klub Meister geworden war. Austrias Museumsleiter Gerhard Kaltenbeck erinnert sich, wie ob dieses Vergleiches „der berühmte Beckenbauer angerufen und gratuliert hat“.

20 Jahre danach will sich Parits nicht mehr groß im Austria-Stadion würdigen lassen, obwohl das die Austria am Samstag beim Match gegen Sturm plante. Und obwohl die Violetten in Parits’ erfolgreicher Ära als Sportvorstand auch 2013 (zum bisher letzten Mal) Meister wurden.

Am heutigen 7. Oktober wird Thomas Parits 80. „Das ist kein Alter mehr zum groß Feiern.“ Dass er im Gegensatz zu vielen einstigen Mitspielern und Gegnern weder künstliche Hüften (wie u. a. Herbert Prohaska und Hans Krankl) oder Kniegelenke (wie Pepi Hickersberger) benötigt – dazu aber darf Parits sehr wohl gratuliert werden.

„Die aktuellen Spieler und net i Oida sollen im Mittelpunkt stehen“, sagt Parits, seine Abwesenheit beim Sturm-Match begründend. Zudem wird er am selben Tag Enkelin Lisa, 12, und Enkel Luka, 10, im Burgenland beim Kicken zusehen. Mit den Opa-Genen schafften beide die Aufnahme in den Förderungskader.

Parits wohnt längst wieder dort, wo seine Karriere begann. In Siegendorf. Wenn’s die Zeit erlaubt, ist er mit einem Austria-Abo auf Lebzeiten in Favoriten zu Gast. Und auch ein bissel stolz auf das neue Stadion und die rundum entstandene Infrastruktur. Schließlich wurde die Basis dazu in seiner Vorstands-Ära gelegt. „Als der Fan-Shop aus einem Container bestand.“ Und die Osttribüne einem klapprigen Stahlkonstrukt glich.

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Eine Austria ohne Heimat

In Parits’ Spielerzeit war die Austria eine Wanderklasse gewesen, die abwechselnd in Döbling, Hernals, Favoriten oder bei internationalen Aufgaben im Prater spielte. Wie 1978, als sich Austria mit dem legendären Angriffstrio Parits, Hans Pirkner, Julio Morales fürs Europacupfinale qualifizierte.

Davor war Parits, zumal mit dem Ball am Fuß immer schneller werdend, in Köln, Frankfurt und in Spaniens Primera Division geschätzter Legionär. Dort spielte es für ihn Granada. Indem ihm Granadas Präsident drei Jahre lang alle Reisen zum Nationalteam verbot. „,Du verdienst dein Geld bei uns. Also spielst du auch nur bei uns‘, hat er gesagt.“ Heute ist das unmöglich. Damals aber war es nicht unüblich. Und der Grund, weshalb es Parits nur auf 27 Länderspiele brachte.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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