
Die Nutzung von ChatGPT, Gemini und Co. nimmt in Österreich kräftig zu. Laut einer Erhebung der Agentur für Bildung und Internationalisierung (OeAD) im Auftrag der Statistik Austria haben 2025 86 Prozent der Schüler und Studierenden solche KI-Tools verwendet. Zehn Prozent mehr als im Jahr davor. In der Gesamtbevölkerung waren es 39 Prozent. Hier hat die Nutzung mit elf Prozent ebenfalls deutlich zugenommen.
Sehr viel weniger stark hat das Wissen über KI zugenommen. Der Anteil derer, die ihr Wissen über KI als hoch einstufen, habe sich im gleichen Zeitraum nur um drei Prozentpunkte von 27 auf 30 Prozent erhöht, wird Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, in einer Aussendung zitiert.
Jüngere mit Wissensvorsprung
Jüngere Generationen und höher Gebildete bauten ihren Wissensvorsprung signifikant aus. Der Anteil der 16- bis 24-Jährigen, die angeben, über (sehr) viel KI-Wissen zu verfügen, stieg um 13 Prozentpunkte auf 66 Prozent, bei Personen mit Hochschulabschluss wuchs der Anteil um fünf Prozentpunkte auf 40 Prozent.
In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen konsolidierte sich der Anteil derer, die sich gutes KI-Wissen zuschreiben, bei rund zehn Prozent (minus drei Prozentpunkte), bei Personen mit Pflichtschulabschluss blieb er mit 28 Prozent (minus zwei Prozentpunkte) nahezu konstant.
Akzeptanz insgesamt gestiegen
Während die positive Beurteilung der zunehmenden Nutzung von KI in der gesamten österreichischen Bevölkerung im Jahrestrend von 35 auf 41 Prozent zulegte, verläuft diese Entwicklung keineswegs einheitlich. Die Gruppe ab 55 Jahren fiel weiter zurück, wodurch sich die Akzeptanzlücke innerhalb der Bevölkerung vergrößerte. Dennoch hat der Boom laut Statistik Austria ein breites, gruppenübergreifendes Interesse ausgelöst, mehr über KI zu lernen. Der Anteil der Personen mit starkem oder eher starkem Lerninteresse stieg in der Gesamtbevölkerung um acht Prozentpunkte auf 40 Prozent.
Der Anteil der Erwerbstätigen, die KI als nützlich für ihren eigenen Beruf einstufen, stieg deutlich von 43 auf 50 Prozent. Parallel dazu verweilt die Sorge vor einem KI-bedingten Arbeitsplatzverlust stabil auf einem sehr niedrigen Niveau von rund 13 Prozent.
Europäischer Vergleich
Europäischer Spitzenreiter bei der Nutzung von generativen KI-Tools in der Bevölkerung ist Dänemark mit 48 Prozent. Während Nordeuropa, Belgien und die Niederlande die Nutzung anführen, bilden Rumänien (18 Prozent) und Italien (20 Prozent) die Schlusslichter. Das Phänomen, dass die KI-Nutzung mit steigendem Alter linear abnimmt, zeigt sich überall, in Österreich jedoch auf einem insgesamt höheren Niveau.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



