Europas Autobauer setzen zur Aufholjagd im Elektro-Duell an

Wirtschaft

Stillstand statt Bewegung. Innerhalb weniger Minuten herrschte auf dem Pariser Autosalon statt hektischer Betriebsamkeit ziemliche Ruhe. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stattete der Ausstellung einen überraschenden Besuch ab, was dazu führte, dass in den Hallen mit französischen Ausstellern für längere Zeit nichts mehr ging. Das Programm wurde damit zeitlich durcheinandergewirbelt.

Flagge zeigen, war offenbar Macrons Ziel. Denn nicht nur die deutsche, sondern auch die französische Autoindustrie hat schon bessere Zeiten gesehen. Bei Renault etwa stagnierte der Absatz im ersten Halbjahr, allerdings gibt es starke Zuwächse im Elektrosegment. In den nächsten fünf Jahren will der Konzern in Frankreich mehr als zehn Mrd. Euro in E-Autos und Kleinwagen investieren und höhere Margen erzielen.

Stellantis (u.a. Citroën, Fiat, Opel, Peugeot) wiederum stellte in Paris die neue Plattform E-Car vor. Damit soll eine neue Generation moderner und günstigerer E-Autos ermöglicht werden. Im Mittelpunkt steht dabei aktuell die neue E-Ente (2CV) die von Frankreichs Komödienstar Omar Sy (z.B. „Ziemlich beste Freunde“) launig präsentiert wurde („Picknick Auto“). In zwei Jahren soll sie ab rund 15.400 Euro zu haben sein.

Einen ähnlichen Weg will Volkswagen gehen. Auf einer neuen Plattform für E-Autos kommen die Modelle ID. Polo, Cupra Raval, Skoda Epiq sowie der neue ID. Cross. 80 Prozent der Teile seien ident, sagt Volkswagen Group-COO Arno Antlitz, „Die Electric European Car Family wird zu einer europäischen Erfolgsgeschichte“, ist VW-Markenchef Thomas Schäfer überzeugt. Die neue Struktur soll den Bau kleiner E-Autos in Europa für Europa günstiger machen. Das Segment sei das härtest umkämpfte im Autogeschäft. „Der Wettbewerb ist erbittert“, so Schäfer.

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Starkes Absatzminus

Doch noch muss die VW-Gruppe ein tiefes Tal durchfahren. Im Sommer gab es mit einem Minus von 14 Prozent den stärksten Absatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresquartal seit gut 2022. Allein im wichtigen Markt China brachen die Verkäufe um fast zwei Fünftel ein. Allerdings lief es auch in den meisten anderen Weltregionen im Sommer schlechter als davor.

Die Schwäche in China wirkt sich weltweit aus. Auch chinesische Hersteller sind betroffen und versuchen nun in anderen Regionen dies zu kompensieren. Das ist auch auf der Pariser Automesse zu sehen. Während etwa BMW oder Porsche fehlen, gibt es nun mit BYD, Chery, XPENG oder Geely breiten Ersatz. Mit 20 China-Marken und mehr als 60 Modellen wird ein neuer Rekord aufgestellt. „Wir sind nicht nur ein Autobauer, sondern ein technologischer Führer“, sagt BYD-Chefin Stella Li selbstbewusst. 

„Vor vier Jahren hatten wir in Europa erst drei Modelle, nun sind es 16.“ Sie kündigte das Ladesystem Flash Charging für Europa an. Bis Ende 2027 soll es europaweit mehr als 3.000 dieser Ladestellen geben, mit denen eine Vollladung (auch für andere Marken) in neun Minuten möglich sei.

Hilfe für Europas Autobauer verspricht die EU-Kommission. Die Einfuhren von Hybridfahrzeugen aus China soll ab Dezember auf 350.000 jährlich begrenzt werden. Dies dürfte BYD und die MG-Mutter SAIC am stärksten treffen, weil sie in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres für rund 90 Prozent der importierten Hybridautos stünden, so das Analysehaus Jefferies.

„Alle sollten zu fairen und gleichen Bedingungen Autos verkaufen können“, begrüßte VW-Chef Oliver Blume die Entscheidung. Frankreichs Industrieminister Sébastien Martin ergänzte: „Die …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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