Millionen für Bauern: So stehen die Österreicher zu den Dürre-Hilfen

Politik

Soll der Staat den Bauern helfen, wenn ihre Wiesen, Äcker und die Ernte verdorren? Oder gehört eine Rekord-Hitze einfach zum unternehmerischen Risiko – immerhin gibt es ja Versicherungen? Über diese Fragen rang in der vergangenen Woche die Koalition, die Hitze-Hilfe für Österreichs Landwirte wurde zu einem Streitthema.

Für die Bevölkerung war die Angelegenheit von Beginn an sehr klar, wie eine für den KURIER gemachte Umfrage des OGM-Instituts (1.044 Befragte, Schwankungsbreite: 3,0 Prozent) belegt.

Denn die absolute Mehrheit der Menschen – exakt sind es 56 Prozent – ist dafür, dass die Milliardenschäden der Bauern durch eine finanzielle Unterstützung gemildert werden. Nicht einmal jede und jeder Fünfte (18 Prozent) ist kategorisch gegen Hilfszahlungen; fast ein Viertel (23 Prozent) der Menschen hat zur Frage derzeit keine eindeutige Meinung.

Akzeptanz

„Bemerkenswert ist die durchgehende Akzeptanz der Hilfen in allen Wählergruppen“, sagt OGM-Experte Johannes Klotz. Auch die SPÖ-Wähler sind mehrheitlich für die Bauernhilfe.

Die Gründe für die starke Zustimmung sind wohl die laufenden Berichte über verbrannte Felder und Notschlachtungen, gepaart mit dem grundsätzlichen Wunsch nach Nahrungsmittelsicherheit und dem Aspekt, dass sich Bauern in Österreich um die Almen und überhaupt um die Landschaft kümmern und diese pflegen.

Verpflichtung

Dass nicht alle Bauern die ohnehin staatlich geförderten Versicherungsmöglichkeiten für Ernte-Ausfälle nutzen, ist für die Mehrheit der Österreicher unverständlich. 76 Prozent sind deshalb dafür, dass die Landwirte zu einer Versicherung gegen Hitze- und Unwetterschäden verpflichtet werden. Auch hier zieht sich die Zustimmung durch alle Partei-Lager, wobei die Zustimmung zwischen 71 Prozent (FPÖ- und ÖVP-Sympathisanten) und 86 Prozent (SPÖ-Wähler) pendelt.

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Für OGM-Experte Klotz zeigt das Ergebnis zu dieser Frage vor allem eines: Eine deutliche Mehrheit ist überzeugt, dass Intensität und Häufigkeit von Hitzewellen anhalten oder sogar zunehmen werden.

Menschengemacht

Was die Ursachen der Hitzewelle angeht, zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den FPÖ-Wählern und dem Rest des Landes: Fast zwei Drittel (63 Prozent) sind überzeugt, dass die Rekord-Hitze eine unmittelbare Folge des menschengemachten Klimawandels ist. Und diese wissenschaftlich untermauerte Einschätzung teilen de facto alle Partei-Anhänger – bis auf die Freiheitlichen. Hier sind 59 Prozent überzeugt, es handle sich bei der Rekord-Hitze nur um eine „Wetter-Anomalie“.

Die spürbaren Klima-Veränderungen führen jedenfalls zu einem Umdenken bei den politischen Prioritäten. Denn 62 Prozent der Österreicher sind überzeugt, dass die Bundesregierung wieder mehr Klimaschutz-Maßnahmen in Angriff nehmen sollte.

Ob sie damit erfolgreich sein kann, darüber gehen die Meinungen auseinander: 47 Prozent der Befragten halten es für möglich, den Klimawandel zu verlangsamen oder rückgängig zu machen; aber fast ebenso viele Menschen (42 Prozent) sehen diesbezüglich kaum Chancen. OGM-Experte Klotz ortet bei dieser Frage einmal mehr das Floriani-Prinzip, das da lautet: „Windkraft ja – aber bitte nicht bei mir.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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