Causa Ruck: Vertrauen in Wirtschaftskammer ist zerstört

Politik

Es waren zwei Totalschäden, die die Standesvertretung binnen nur weniger Monate hinnehmen musste: Im Herbst stürzte Harald Mahrer, Präsident der Wirtschaftskammer (WK) Österreich, über die geplante üppige Gehaltserhöhung für Mitarbeiter. Nun musste der machtbewusste WK-Wien-Chef Walter Ruck abtreten. Ihm wurde der heimliche Mitschnitt vertraulicher Gespräche im Weinkeller zum Verhängnis, in denen er freimütig über Postenschacher parlierte und sich über Politiker abschätzig und sexistisch äußerte.

All das hat Spuren hinterlassen. Nur noch 28 Prozent der Bevölkerung haben ein Vertrauen in die Wirtschaftskammer, während umgekehrt 43 % kein Vertrauen mehr haben. Das zeigt die aktuelle OGM-Umfrage für den KURIER (1.044 Wahlberechtigte, Schwankungsbreite +/-3,0%). Ergibt ein Saldo von -15. Nur noch die Ärztekammer, deren Wiener Landesstelle seit Jahren in internen Machtkämpfen versinkt, kommt auf annähernd schlechte Werte. Der Arbeiterkammer (AK) vertrauen hingegen 64 Prozent der Befragten.

Aber: Ein Vergleich mit dem letzten APA/OGM-Vertrauensindex würde zeigen, „dass die meisten Standesvertretungen unter dem Motto ,mitgefangen – mitgehangen’ unter solchen Vorfällen leiden. Sogar die AK hat von ihren hohen Vertrauenswerten etwas verloren“, sagt OGM-Chef Wolfgang Bachmayer.

Bemerkenswert sei allerdings, dass die „rote“ AK selbst in der blauen Wählerschaft mehrheitlich Vertrauen genieße.

Die jüngsten Ereignisse dürften auch dazu geführt haben, dass neuerdings eine knappe Mehrheit  für eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft in den diversen Kammern ist.  

Stockers Sager

Ein rauer Wind blies zuletzt auch Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) entgegen, nachdem er in einer Diskussionsrunde gesagt hatte, Kinderbetreuung sei für ihn keine Arbeit. Satte 53 Prozent der Befragten finden, dass er mit diesem Statement „überhaupt nicht recht“ hat. Die Ablehnung geht quer durch alle Wählerschichten, einzig unter den ÖVP-Wählern findet Stocker etwas mehr Zustimmung. „Er gewinnt die eigene Basis, verliert aber in der öffentlichen Mehrheitsmeinung“, analysiert OGM-Politologe Reinhard Heinisch.

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Entsprechend finden nur 17 Prozent, dass mit Stockers Entschuldigung die Causa völlig erledigt sei. Deutlich anders als alle anderen Parteigänger sehen das auch hier die ÖVP-Wähler: Unter ihnen sehen das immerhin 42 Prozent so.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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